Samstag, 18. Juli 2020

Hatzfeld, oft weine ich um dich

















Foto:©Elisabeth Anton


Hatzfeld, oft weine ich um dich                       





Draußen atmet die Nacht

In Gedanken bin ich daheim

Der Hutwettwind hat sich auf die Reise gemacht

Damit er mir nah, wenn ich allein



Meine Erinnerung, so oft berührt sie dich

Du meine Heimat, mein hehres Hatzfeld

Unsere Jahrzehnte, sie waren so außergewöhnlich

Außergewöhnlich reich, deine Erde, dein Sternenzelt



In Gedanken drehe ich die Jahre zurück

Berühre sie, unserer Jahreszeiten Pracht

Heimat, du bist mein ewig leises Glück

So allmächtig zugegen – ob Tag, ob Nacht



Ich gehe jetzt durch vergangene Jahre, deine Gassen

Durch manches Fenster noch ein Petroleumlicht

Fast all deine Menschen mussten dich verlassen

Was Freiheit wirklich heißt, wusste ich nicht



Sachte hat deine Nacht dich zugedeckt

Deine Stille, welch Seelenwohltat

Keine Autobahn, kein Flugzeug deinen Frieden weckt

Weit deine Felder, so kostbar jede Saat



Der letzte Kirchturmglockenschlag längst verklungen

Der Kirchturm, der Hl. Florian, sie beschützen dich

Lang, lang ist´s her, seit man Heimatlieder gesungen

Deine Geschichte so grausam, so unverzeihlich



All die Bilder von daheim, sie umarmen mich

Die Farbenpracht deiner Blumen hüllt mich ein

Es ist bald Herbst, in meiner Heimat. Unvergesslich

Werden unsere Jahrzehnte, das Glück meiner großen Liebe sein



Vergleiche ich nun Freiheit und Wohlstand

Mit meiner Heimat Stacheldrahtgrenzen, in barbarischer Diktatur

Dann reiche ich meiner Erinnerung wortlos die Hand

Eine Träne aus meinem Auge fällt, sie war der Anfang nur…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 31.08.2012










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