Foto:©Elisabeth Anton
Mein Heimweh, bis zum letzten
Erinnerungshauch
Im Hof steht
der gute alte Brotbackofen nicht mehr
Die Katze sonnt
sich nicht mehr auf dem Brunnenrand
Wo einst der
Taubenschlag, alles nur noch kahl und leer
Keine Kinder
spielen mehr, unter dem Aprikosenbaum, im Sand
Wo einst die
geweißelten Schweineställe
Nur noch geebnete
Erde, als ob dort nie etwas gewesen
Irgendwann pulsierte
sie, diese Aussiedlungswelle
Einsam lehnt er
noch am alten Holzpfosten, der letzte Besen
Im Vorgarten, keine
Traubenspalier mehr zu sehen
Kein Brunnenrad
dreht sich mehr fröhlich im Sonnenlicht
Um Lebensmittel
muss man hier nicht stundenlang anstehen
Nur Heimat,
Heimat die gibt es hier in der Fremde nicht
Hatzfeld, wo
sind deine Menschen, wer schreibt deine Geschichte
Wer, wer hat so
grausam dein Schicksal befohlen
Da helfen weder
Romane, Lieder, noch Gedichte
Heimweh nach
dir ist mein Herzschlag – ob laut, ob auf leisen Sohlen
Ich bin
entsetzt, wie fremd deiner Gassen Gesicht
Wie grausam man
deine Geschichte, über Jahrhunderte, manipuliert
Heimat, du mein
Hatzfeld, vergessen kann ich nicht
Was unsere
Jahrzehnte mir tief ins Herz eingraviert
Tief in mir, an
jedem Tag, zu jeder Stunde
Mal schreit es
laut, mal stumm und leise
Heimweh, meiner
Jahrzehnte ewig blutende Wunde
Begleitet mich
immer, auf eigene Art und Weise
Bilder ziehen
vorbei, wie schönste Heimatgalerie
Menschen,
Jahreszeiten, Sitten und Brauch
Du mein
Hatzfeld, du bleibst meine Seelensymphonie
Bis er dir
zuwinkt, der letzte Erinnerungshauch…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
31.08.2012

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