Mittwoch, 15. Juli 2020

Nur noch Gewissenlosigkeit

















Foto:©Elisabeth Anton


Nur noch Gewissenlosigkeit                                                    

Die Ruinen der Hatzfelder Ziegelfabrik





Am Ortsschild, im Norden der Stadt, wie taumelnd schaue ich vorbei

Eine zertrümmerte Ruine Erinnerungen und Tränen mir entlockt

Hier stand sie einst - weltbekannt - die Hatzfelder Bohn- Ziegelei

Ruinen mit Gras überwachsen. Hie und da ein einsamer Feldhase hockt



Grashalme wuchern über Eisendrähte, eingeschlagene Fensterscheiben, Ziegelstein

Da, wo einst der Stolz mancher Hatzfelder für Arbeit gesorgt und Brot

Eine Ruine ohnegleichen. Wie grausam können doch Menschen sein

Wenn sie zusehen, dass Ruinen geboren werden, selbst Erinnerung in Not



Ein Bild voller Grauen und Angst lässt mich traurig sein

Weil keiner dazu fähig, unserer Ahnen Werk in Würde und Achtung zu erhalten

Vieler Menschen Wege führten in diese Fabrik. Keiner musste hungrig sein

Schicksal, sind es die herzlosen Menschen oder der Gierigen Machtgewalten



Ich bleibe stehen, schau zu diesen Ruinen hin. Ein Trauerspiel

Was haben die Menschen nicht schon alles durch ihre Herzlosigkeit vollbracht

Jahrzehntelang wurde hier das tägliche Brot verdient. Jeder hatte ein Ziel

Und heute? Heute, heute hat nicht mal einer das Licht ausgemacht



Der einstige Ruhm dieser Ziegelfabrik leuchtet weit über Wolkenmeer und Sternenschein

Eine Ruine lebt von den Erinnerungen aus ihrer guten alten Zeit

Nicht die Geschichte war es. Was können eiskalte Menschen doch herzlos sein

Die Ziegelfabrik, Opfer von Menschen, deren Herz ohne Ahnung, nur voller Gewissenlosigkeit



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

               11.06.2005

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