Foto:©Elisabeth
Anton
Nur noch Gewissenlosigkeit
Die Ruinen der Hatzfelder Ziegelfabrik
Am Ortsschild,
im Norden der Stadt, wie taumelnd schaue ich vorbei
Eine zertrümmerte
Ruine Erinnerungen und Tränen mir entlockt
Hier stand sie
einst - weltbekannt - die Hatzfelder Bohn- Ziegelei
Ruinen mit Gras
überwachsen. Hie und da ein einsamer Feldhase hockt
Grashalme
wuchern über Eisendrähte, eingeschlagene Fensterscheiben, Ziegelstein
Da, wo einst
der Stolz mancher Hatzfelder für Arbeit gesorgt und Brot
Eine Ruine
ohnegleichen. Wie grausam können doch Menschen sein
Wenn sie
zusehen, dass Ruinen geboren werden, selbst Erinnerung in Not
Ein Bild voller
Grauen und Angst lässt mich traurig sein
Weil keiner
dazu fähig, unserer Ahnen Werk in Würde und Achtung zu erhalten
Vieler Menschen
Wege führten in diese Fabrik. Keiner musste hungrig sein
Schicksal, sind
es die herzlosen Menschen oder der Gierigen Machtgewalten
Ich bleibe
stehen, schau zu diesen Ruinen hin. Ein Trauerspiel
Was haben die
Menschen nicht schon alles durch ihre Herzlosigkeit vollbracht
Jahrzehntelang
wurde hier das tägliche Brot verdient. Jeder hatte ein Ziel
Und heute?
Heute, heute hat nicht mal einer das Licht ausgemacht
Der einstige Ruhm
dieser Ziegelfabrik leuchtet weit über Wolkenmeer und Sternenschein
Eine Ruine lebt
von den Erinnerungen aus ihrer guten alten Zeit
Nicht die
Geschichte war es. Was können eiskalte Menschen doch herzlos sein
Die
Ziegelfabrik, Opfer von Menschen, deren Herz ohne Ahnung, nur voller
Gewissenlosigkeit
©Elisabeth
Anton, Speyer / Hatzfeld
11.06.2005

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