Foto:©Elisabeth
Anton
Schwalben, sie kamen jedes
Jahr wieder, nach Hause zurück
Dort,
ein Teilstück, von der Hauswand
Hat
es sich sehr gezielt ausgesucht
Das
Schwalbenpärchen. Es baut den ersten Rand
Von
seinem Nest. Welch Glück gebucht
Diese
kleinen Lehmpatzen so geschichtet
Dass
majestätisch, dieses Kunstwerks Krönung
Lehmklümpchen
zu Kunst, als ob ein Dichter dichtet
Welch
schöne, welch ergreifende Erinnerung
Reihe
um Reihe behutsam sie kleben
Bis
die Form des Nestes sichtbar
Eine
Halbkugel, als ob des Mondes Sichel die Öffnung
Auf
dieses Schauspiel freute ich mich, Jahr für Jahr
Dann,
plötzlich Stille eingekehrt
Die
Schwalben brüten ihre Eier aus
Alles
so harmonisch. Wer hat sie das gelehrt
Welch
Wunder, ihr Nest zu bauen, ihr Zuhaus´
Plötzlich,
es piept und zwitschert im Nest
Am
Rand des Nestes, fünf Schnäbelchen sich geöffnet, synchron
Sie
wussten, dass es bald Futter gibt. Welch Freudenfest
Für
meine Geduld, mein Zuschauen, kam jetzt der Lohn
Ich
erlebte ein Schauspiel, das einzigartig
Wie
Schwalbeneltern ihre Jungen füttern, mit Fleiß und Hingabe
Schwalben
daheim, in meiner Heimat, was ward´ ihr so einmalig
Aufs
Feld hinaus flogen die Tauben, der Rabe
Diese
kleinen Schnäbelchen, wie an einer Schnur gezogen
Öffneten
sich im Gleichtakt, wenn ein Elternteil naht´
Wunder
der Natur, als ob mit einem Pinselstrich gezogen
Wenn
ein Schwalbenkind mal Hunger verspürt hat
Jeden
Tag wurden sie größer, die Zeit vergeht
Schwalbenkinder
lernen fliegen
Insekten
fangen. Ein langer Weg vor ihnen steht
Wenn
sie bald Richtung wärmere Länder fliegen
Dann,
noch einmal dieses Bild, dieser elektrische Draht
Wo
alle sich versammeln, sitzen dicht aneinandergereiht
Schwalbenwunder
in meiner Heimat, welch tiefe Herzensnaht
Welch
Erinnerung voller Kostbarkeit, wenn in der Heimat Schwalbenzeit
Dieses
Bild wiederholt sich für kurze Zeit
Plötzlich,
der ganze Schwalbenzug geht auf die Reise
Ich
schau ihnen hinterher, voller Dankbarkeit
Weil
ein Wunder erlebt – meine Schwalben daheim, fürsorglich, weise
Noch
einige Tage suche ich am Morgen
Das
Bild dort, dort auf dem elektrischen Draht
Das
Schwalbennest leer, an jedem Morgen
Das
Nest so traurig, so verlassen, weil es keine Wärme mehr
Schwalben
kommen, bleiben, fliegen weit
Dem
Kreislauf der Natur folgend, leben sie ihr Glück
Schwalbenkinder,
welch Natureinzigartigkeit
Sie
kommen im nächsten Jahr wieder, nach Hause zurück
©Elisabeth
Anton, Speyer / Hatzfeld
26.06.2014
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