Foto:©Elisabeth Anton
Letzte Heimaterinnerung
Der Abend naht mit
seiner schweigenden Dämmerung
Sonnenuntergang vollzogen,
in farbenreicher Schönheit
Nun steht sie da,
die einsame Erinnerung
Beschreibt Stunden
gelebter Vergangenheit
Die Frau sitzt am
Schwengelbrunnen, am Dorfrand
Auf ihrem uralten
Stuhl, wie damals zu mancher Tageszeit
Erinnerungen reichen
ihr die Hand
Ihre Tränen atmen
Wirklichkeit
An diesem Brunnen, über
Jahrhunderte getränkt
Tag für Tag, das Vieh
– ob auf dem Weg ins Dorf, ob aufs Feld
Geschichte hat Heimat,
Sprache und Brauchtum versenkt
Sie wird nie wiederkehren,
diese schöne Heimatwelt
Am Schwengelbrunnen
sitzt sie, bis in die Nacht
Erinnerungen lassen
ihre Tränen funkeln. Der Mond weint
Was haben die Mächtigen
sich nur dabei gedacht
Heimat zu vernichten.
Warum Diktatur nicht vehement verneint
Der alte Schwengelbrunnen,
wie lange er wohl noch steht
Wenn sie gestorben,
kommt niemand mehr zu ihm hierher
Ihre Tränen fallen
still. Heimatwind traurig über die Wiese weht
Auch diese letzte
Heimaterinnerung gibt es bald nicht mehr
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
17.05.2020

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