Samstag, 10. April 2021

Generationen-Erinnerungen



 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Generationen-Erinnerungen

 

Der Morgen wacht über der schlafenden Welt

Die Stille so wohltuend thront

Der Schnee, als ob voller Ehrfurcht er fällt

Weil auf der Erde das Leben wohnt

 

Baumkronen umarmen ihr Flockenkleid

Die Tiere, das Vieh, im warmen Stall

Wie schön es war, daheim zur Winterzeit

Die Mächtigen, sie brachten so vieles zu Fall

 

Durch Kriege, so viele Tote, Familien „geteilt“

Väter, Söhne kommen nie mehr. Gefallen an der Front

Diesen Schmerz, diese Tränen niemand heilt

Und dort, nie mehr, nie mehr das Glück wohnt

 

Schneeflocken fallen still und leise

Gedanken wandern durch die Vergänglichkeit

So schmerzvoll, so schön, traurig und weise

Kunstwerke das Auge sieht, Nachdenken an manche Zeit

 

Wenn es Winter in meiner Heimat

Hat Großvater mir oft von den Kriegsjahren erzählt

„Hoffentlich, die Menschheit so viel Verstand hat

Dass sie nie mehr Krieg und Verderben wählt.“

 

Sagte Großvater, mit nachdenklichem Blick

„Diese Eiseskälte in Russland, ich will sie nie mehr erleben

Es tut immer weh, denke ich an den Schützengraben zurück

Wo er erfroren, mein Freund, sein Herz aufgehört zu beben

 

Diese Zeit, möge die Menschheit doch verstehen

Dass sie nie mehr wiederkehrt, diese Zeit von Krieg, Hungersnot

Manchmal kann ich es nicht verstehen

Warum Menschen Menschsein vergessen, viele geschickt in den Tod.“

 

Schweigend saß er dann da, seine Blicke wie verloren

Verloren, tief in seiner Erinnerungswelt

Ob Kriegsjahre, ob Heimat, wo er geboren

Er war zutiefst traurig, wenn er über diese Zeit erzählt´

 

„Ich hoffe sehr, dass die Menschen endlich sehen

Wie sinnlos, zerstörerisch Kriege, Verbrechen, Verderben

Die Menschen, sie müssen endlich sehen, verstehen

Dass man Werte leben muss, den Kindern sie vererben

 

Ich wünsche mir, dass ihr sie nie erlebt, eine Kriegszeit

Dass endlich Frieden den ganzen Erdball umarmt

Weißt du, an der Front ausgelöscht so viel Lebenszeit

Das war so grausam, dass nicht mal Gott sich unser erbarmt

 

Selbst der Herrgott war geschockt, wozu Menschen fähig

Selbst das Firmament hat bitterlich geweint

Ich wünsche dir Frieden und Liebe, Freiheit für ewig

Dass man endlich Krieg, Verderben, Hunger, Folter verneint.“

 

Dann schwieg er, sagte kein Wort mehr

In seinen Augen, die versteckten Tränen

Winter in der Heimat, welch faszinierendes Flockenmeer

Immer, immer werde ich mich nach meiner Heimat sehnen

 

Dort, dort haben Menschen in und mit der Natur gewohnt

Sie lebten Ehrfurcht, Dank, Heimatgeborgenheit

Für alles, womit Leben, Erde, Natur und Himmel sie belohnt

Wie schön es mal war, in meiner Heimat, vor langer, langer Zeit…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                    22.01.2019

 

 

 

 

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