Foto:©Elisabeth Anton
Generationen-Erinnerungen
Der Morgen wacht über der schlafenden Welt
Die Stille so wohltuend thront
Der Schnee, als ob voller Ehrfurcht er fällt
Weil auf der Erde das Leben wohnt
Baumkronen umarmen ihr Flockenkleid
Die Tiere, das Vieh, im warmen Stall
Wie schön es war, daheim zur Winterzeit
Die Mächtigen, sie brachten so vieles zu Fall
Durch Kriege, so viele Tote, Familien „geteilt“
Väter, Söhne kommen nie mehr. Gefallen an der Front
Diesen Schmerz, diese Tränen niemand heilt
Und dort, nie mehr, nie mehr das Glück wohnt
Schneeflocken fallen still und leise
Gedanken wandern durch die Vergänglichkeit
So schmerzvoll, so schön, traurig und weise
Kunstwerke das Auge sieht, Nachdenken an manche Zeit
Wenn es Winter in meiner Heimat
Hat Großvater mir oft von den Kriegsjahren erzählt
„Hoffentlich, die Menschheit so viel Verstand hat
Dass sie nie mehr Krieg und Verderben wählt.“
Sagte Großvater, mit nachdenklichem Blick
„Diese Eiseskälte in Russland, ich will sie nie mehr erleben
Es tut immer weh, denke ich an den Schützengraben zurück
Wo er erfroren, mein Freund, sein Herz aufgehört zu beben
Diese Zeit, möge die Menschheit doch verstehen
Dass sie nie mehr wiederkehrt, diese Zeit von Krieg, Hungersnot
Manchmal kann ich es nicht verstehen
Warum Menschen Menschsein vergessen, viele geschickt in den Tod.“
Schweigend saß er dann da, seine Blicke wie verloren
Verloren, tief in seiner Erinnerungswelt
Ob Kriegsjahre, ob Heimat, wo er geboren
Er war zutiefst traurig, wenn er über diese Zeit erzählt´
„Ich hoffe sehr, dass die Menschen endlich sehen
Wie sinnlos, zerstörerisch Kriege, Verbrechen, Verderben
Die Menschen, sie müssen endlich sehen, verstehen
Dass man Werte leben muss, den Kindern sie vererben
Ich wünsche mir, dass ihr sie nie erlebt, eine Kriegszeit
Dass endlich Frieden den ganzen Erdball umarmt
Weißt du, an der Front ausgelöscht so viel Lebenszeit
Das war so grausam, dass nicht mal Gott sich unser erbarmt
Selbst der Herrgott war geschockt, wozu Menschen fähig
Selbst das Firmament hat bitterlich geweint
Ich wünsche dir Frieden und Liebe, Freiheit für ewig
Dass man endlich Krieg, Verderben, Hunger, Folter verneint.“
Dann schwieg er, sagte kein Wort mehr
In seinen Augen, die versteckten Tränen
Winter in der Heimat, welch faszinierendes Flockenmeer
Immer, immer werde ich mich nach meiner Heimat sehnen
Dort, dort haben Menschen in und mit der Natur gewohnt
Sie lebten Ehrfurcht, Dank, Heimatgeborgenheit
Für alles, womit Leben, Erde, Natur und Himmel sie belohnt
Wie schön es mal war, in meiner Heimat, vor langer, langer Zeit…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
22.01.2019
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