Foto:©Elisabeth Anton
Meine zwei Welten, meine Wege, meine Erinnerungen
Ich bin müde, von den letzten 40 Jahren
Schicksale, Kämpfen um die Freiheit
Meine Wege voller Glück, Leid, Gefahren
Was war sie so reich, farbenbunt, meine Zeit
Ich habe Lasten und Tränen getragen
Die mich manchmal erdrückt, schonungslos
Ohne Antwort geblieben, so manche Fragen
So erschreckend, meiner Ahnen Schicksalslos
Dort, gefangen, in dieser Diktatur
Hier, in „vorgeschriebener Freiheit“
Dennoch, mein Leben wie goldene Perlenschnur
Edelsteine und Glasscherben, die Wirklichkeit
„Vorgeschriebene Freiheit“, damit meine ich
Die in Nürnberg mir verweigerte Entscheidung
Meinen Wohnort selbst zu wählen. Unverzeihlich
Dieser Schmerz tötete in mir jede Hoffnung
Nun stand ich endlich in der Freiheit
Schon wieder mir aufgezwungen eine Richtung
Was war ich am Boden zerschmettert, bis heut
Macht sie mich traurig, die Nürnberger „Beamten-Entscheidung“
In der Heimat, dieses erstickende Schweigen
Endlich, nach Jahrzehnten, die ersehnte Ausreise
Nein, „Aussiedlung“ hieß er, der Politiker Wirtschaftsreigen
Ich schluckte einfach, erwürgend leise
Dort, die Behörden, in meiner Heimat Hatzfeld
Dahin mich geschickt, wo einst der Krieg nicht gewonnen
Hier, in der Fremde, welch Freiheitswelt
Illusionen, Träume, wie gewonnen, so zerronnen
Denke ich heute, über die letzten 40 Jahre zurück
Frage ich mich, wo liegt, läge, wäre, die richtige Entscheidung
Eines tief in mir geblieben, das gelebte Heimatglück
Und tiefer Schmerz, berührt mich Heimaterinnerung
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
22.09.2012

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