Freitag, 9. April 2021

Meine zwei Welten, meine Wege, meine Erinnerungen


 

 

 

 

 

 

 

 

 
Foto:©Elisabeth Anton

 

Meine zwei Welten, meine Wege, meine Erinnerungen                 

 

Ich bin müde, von den letzten 40 Jahren

Schicksale, Kämpfen um die Freiheit

Meine Wege voller Glück, Leid, Gefahren

Was war sie so reich, farbenbunt, meine Zeit

 

Ich habe Lasten und Tränen getragen

Die mich manchmal erdrückt, schonungslos

Ohne Antwort geblieben, so manche Fragen

So erschreckend, meiner Ahnen Schicksalslos

 

Dort, gefangen, in dieser Diktatur

Hier, in „vorgeschriebener Freiheit“

Dennoch, mein Leben wie goldene Perlenschnur

Edelsteine und Glasscherben, die Wirklichkeit

 

„Vorgeschriebene Freiheit“, damit meine ich

Die in Nürnberg mir verweigerte Entscheidung

Meinen Wohnort selbst zu wählen. Unverzeihlich

Dieser Schmerz tötete in mir jede Hoffnung

 

Nun stand ich endlich in der Freiheit

Schon wieder mir aufgezwungen eine Richtung

Was war ich am Boden zerschmettert, bis heut

Macht sie mich traurig, die Nürnberger „Beamten-Entscheidung“

 

In der Heimat, dieses erstickende Schweigen

Endlich, nach Jahrzehnten, die ersehnte Ausreise

Nein, „Aussiedlung“ hieß er, der Politiker Wirtschaftsreigen

Ich schluckte einfach, erwürgend leise

 

Dort, die Behörden, in meiner Heimat Hatzfeld

Dahin mich geschickt, wo einst der Krieg nicht gewonnen

Hier, in der Fremde, welch Freiheitswelt

Illusionen, Träume, wie gewonnen, so zerronnen

 

Denke ich heute, über die letzten 40 Jahre zurück

Frage ich mich, wo liegt, läge, wäre, die richtige Entscheidung

Eines tief in mir geblieben, das gelebte Heimatglück

Und tiefer Schmerz, berührt mich Heimaterinnerung

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   22.09.2012

 

 

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