Montag, 19. September 2022

Wenn Heimweh an Heimat erinnert


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Wenn Heimweh an Heimat erinnert     

 

Der Herbst steht vor der Tür

Überall färben sich die Baumkronen

Zugvögel tanzen ihre letzte Kür

Schwalben längst in fernen Ländern wohnen

 

Der Sommer hat seinen Teil erfüllt

Herbstwelken winkt mit seiner Farbenpracht

Nebelschleier den Wald längst eingehüllt

Langsam schwindet sie, die Nacht

 

In Gedanken sehe ich meine Heimat vor mir

Die breiten Gassen, die Kirche, mein Elternhaus

Die Blumengärten voller bunter Zier

Nur „Heimat“, „Heimat“ steht auf „Aus!“

 

Fremde Menschen, in jedem Haus

Meine Spenglgass zeigt ein fremdes Gesicht

Traurig die Felder, sich verkrochen selbst die Maus

„Aussiedlung“ zu überleben, das konnte „Heimat“ nicht

 

Sie sind gegangen, sie mussten gehen

Der einzige Weg, Diktatur, Stacheldrahtgrenzen zu entkommen

Niemand wünschte sich, als Fremder in der Fremde zu stehen

Wenn Macht der Mächtigen ihr Ziel in Angriff genommen

 

Wir wollten nur freie Menschen sein

In Freiheit und Frieden „Heimat“ leben

Nach über 250 Jahren, seit Ansiedlung, sollte es nicht mehr sein

Wir mussten, für die Freiheit, alles, unsere Heimat aufgeben

 

42 Jahre vergangen, seit ich fern meiner Heimat

Ich durfte Heimat leben und der Freiheit Wohlstandswelt

In Gedanken daheim, wo Geschichte alles ausgelöscht hat

Mich noch einmal zu erinnern, wie reich die Jahrzehnte in meinem Hatzfeld

 

Warum hat man nicht die Landesgrenzen geöffnet, weg mit dem Stacheldraht

Statt durch „Aussiedlung“ unsere Heimat auszulöschen, uns alles zu nehmen

Weil wir, zur damaligen Zeit, willkommene Arbeitskräfte

Nachdem wir Jahrzehntediktatur hinter Stacheldrahtgrenzen überlebt

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  17.09.2022

 

 

 

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