Foto:©Elisabeth Anton
Wenn Heimweh an Heimat erinnert
Der Herbst steht vor der Tür
Überall färben sich die Baumkronen
Zugvögel tanzen ihre letzte Kür
Schwalben längst in fernen Ländern wohnen
Der Sommer hat seinen Teil erfüllt
Herbstwelken winkt mit seiner Farbenpracht
Nebelschleier den Wald längst eingehüllt
Langsam schwindet sie, die Nacht
In Gedanken sehe ich meine Heimat vor mir
Die breiten Gassen, die Kirche, mein Elternhaus
Die Blumengärten voller bunter Zier
Nur „Heimat“, „Heimat“ steht auf „Aus!“
Fremde Menschen, in jedem Haus
Meine Spenglgass zeigt ein fremdes Gesicht
Traurig die Felder, sich verkrochen selbst die Maus
„Aussiedlung“ zu überleben, das konnte „Heimat“ nicht
Sie sind gegangen, sie mussten gehen
Der einzige Weg, Diktatur, Stacheldrahtgrenzen zu entkommen
Niemand wünschte sich, als Fremder in der Fremde zu stehen
Wenn Macht der Mächtigen ihr Ziel in Angriff genommen
Wir wollten nur freie Menschen sein
In Freiheit und Frieden „Heimat“ leben
Nach über 250 Jahren, seit Ansiedlung, sollte es nicht mehr sein
Wir mussten, für die Freiheit, alles, unsere Heimat aufgeben
42 Jahre vergangen, seit ich fern meiner Heimat
Ich durfte Heimat leben und der Freiheit Wohlstandswelt
In Gedanken daheim, wo Geschichte alles ausgelöscht hat
Mich noch einmal zu erinnern, wie reich die Jahrzehnte in meinem Hatzfeld
Warum hat man nicht die Landesgrenzen geöffnet, weg mit dem Stacheldraht
Statt durch „Aussiedlung“ unsere Heimat auszulöschen, uns alles zu nehmen
Weil wir, zur damaligen Zeit, willkommene Arbeitskräfte
Nachdem wir Jahrzehntediktatur hinter Stacheldrahtgrenzen überlebt
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
17.09.2022

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