Foto:©Elisabeth Anton
Verbrannte Gedichte
Gefahren entkommen, durch Verzicht auf meine Gedichte
Erinnerung, was bist du mir wieder so nah
Ich sehe mich, knieend vor dem Flammenmeer
Wo still und leise, Gedankenmord geschah
Meine Gedichte verbrannten, Karton und Kiste wieder leer
Bis heute, kann ich diese Bilder vor mir sehen
Diese Blätter, was krümmten sie sich
In einzigartigen Formen, bis in Asche sie übergehen
Welch Augenblicke, bis heute unvergesslich
„Sei nicht traurig, du wirst andere schreiben
Wenn man die findet, hilft dir nichts mehr
Solche deiner Gedanken, die müssen DENEN unbekannt bleiben
Sonst ist dein Leben in Gefahr, da hilft dann auch kein Tränenmeer
Sei nicht traurig, wichtig ist nur dein Leben
Haben DIE dich mal im Visier, schreibst du nicht mehr, oder DAS, was DIE wollen
Sei nicht traurig, du kannst deinen Gedanken noch viele Zeilen geben
Wenn die Zeit gekommen. Glaube mir, auch DEREN Köpfe mal rollen
Nichts hält ewig, auch nicht die Diktatur
Spätestens, wenn es nichts mehr zum Essen gibt, öffnet man Grenzen zur Freiheit
Auch Diktatoren reißen mal wie eine Seidenschnur
Sie ist nur noch nicht reif, die Zeit.“
Was sehe ich so klar und deutlich
Diese Augenblicke vor dem lodernden Flammenmeer
Großvaters Stimme so klar, so bedächtig
Er sah die Gefahren „der gefährlichen Worte“ aus meinem Zeilenmeer
Als würde ich, bis heute, dieser Flammen Wärme spüren
Und auch die Tränen von damals, in meinem Gesicht
Es tut weh, bis heute, mitanzusehen, wenn Flammen meine Gedanken berühren
Lodernd sie zur Asche. Gefahren auslöschen, verbrennen, durch Verzicht
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
02.11.2013
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