Freitag, 23. Dezember 2022

Verbrannte Gedichte


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Verbrannte Gedichte                           

Gefahren entkommen, durch Verzicht auf meine Gedichte

 

Erinnerung, was bist du mir wieder so nah

Ich sehe mich, knieend vor dem Flammenmeer

Wo still und leise, Gedankenmord geschah

Meine Gedichte verbrannten, Karton und Kiste wieder leer

 

Bis heute, kann ich diese Bilder vor mir sehen

Diese Blätter, was krümmten sie sich

In einzigartigen Formen, bis in Asche sie übergehen

Welch Augenblicke, bis heute unvergesslich

 

„Sei nicht traurig, du wirst andere schreiben

Wenn man die findet, hilft dir nichts mehr

Solche deiner Gedanken, die müssen DENEN unbekannt bleiben

Sonst ist dein Leben in Gefahr, da hilft dann auch kein Tränenmeer

 

Sei nicht traurig, wichtig ist nur dein Leben

Haben DIE dich mal im Visier, schreibst du nicht mehr, oder DAS, was DIE wollen

Sei nicht traurig, du kannst deinen Gedanken noch viele Zeilen geben

Wenn die Zeit gekommen. Glaube mir, auch DEREN Köpfe mal rollen

 

Nichts hält ewig, auch nicht die Diktatur

Spätestens, wenn es nichts mehr zum Essen gibt, öffnet man Grenzen zur Freiheit

Auch Diktatoren reißen mal wie eine Seidenschnur

Sie ist nur noch nicht reif, die Zeit.“

 

Was sehe ich so klar und deutlich

Diese Augenblicke vor dem lodernden Flammenmeer

Großvaters Stimme so klar, so bedächtig

Er sah die Gefahren „der gefährlichen Worte“ aus meinem Zeilenmeer

 

Als würde ich, bis heute, dieser Flammen Wärme spüren

Und auch die Tränen von damals, in meinem Gesicht

Es tut weh, bis heute, mitanzusehen, wenn Flammen meine Gedanken berühren

Lodernd sie zur Asche. Gefahren auslöschen, verbrennen, durch Verzicht

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  02.11.2013

 

 

 

 

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