Dienstag, 26. Juni 2018

Heute, heute berühre ich deine Erde...















Heute, heute berühre ich deine Erde…                               

Zaghaft berührt die Abendsonne den Horizont
Wenn sie einsam, hinter dem Friedhof, zur Ruhe fällt
Träne um Träne in dieser stillen Erde wohnt
Wer wohl, für wen, welchen Weg bestellt

Ein Kreislauf der Zeit, des Lebens
Wie ein Irrgarten durch der Seele zarte Welt
Alles hat seinen Sinn, nichts scheint vergebens
Weiß  man auch nicht gleich, warum was gewählt

Feuerrot ging sie heute Morgen wieder auf
Jetzt geht sie auf der anderen Seite einfach fort
Sie umarmt den Friedhof. Alles nimmt seinen Lauf
Auch die Sonne, zieht sie ihr Licht über meinen Heimatort

Ich stehe in der freien Natur, atme Leben
Sehr dankbar, mal wieder zuhause zu sein
Viele Tränen hat es heute schon gegeben
Die Sonne sinkt so majestätisch. Ich bin daheim

Heimat! Deine Luft zu atmen, deine Erde zu berühren
Ein Geschenk des Himmels, das man nicht alle Tage bekommt
Ich bin daheim, darf Heimaterde unter meinen Füßen spüren
Atme hehres Glück, das im Laufe der Jahrzehnte nie verkommt

Bin glücklich, Heimat, dich mein Hatzfeld, wiederzusehen
Ich suche, voller Hoffnung, nach deinem alten Gesicht
Die Geschichte muss den Lauf des Wandelns gehen
Alles im Leben, stetes Verändern. Hatzfeld, ich finde dich nicht

Du gute alte Heimat, wo bist du geblieben
Hie und da noch ein bekanntes Gesicht, ein Haus, wie es früher mal war
Ich weiß: Vom Rad der Geschichte auch du nicht verschont geblieben
Weil nichts auf dieser Erde bleibt, wie es irgendwann mal war…

Aber heute, heute berühre ich deine Erde…

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
    05.06.2005

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ein Sommertag...

Ein Sommertag…                            In der Kaul Plantschen die Kinder Mit alten Autoradschläuchen Die Großelter...