Foto:©Elisabeth Anton
Winterabend
Winterabend, die Nacht naht
Vogelstimmen längst verstummt
Leer, der Schwalben Draht
Wo sie sich vor dem Abflug versammelt
Sie sind in wärmere Länder gezogen
Käfer, sie haben sich verkrochen
Tauben, eben ihre letzte Runde gedreht
Vor dieser kalten Nacht
Ich sitze am Fenster, allein
Schau in die Dunkelheit der Nacht
Die kleine Kerze schenkt ein wenig Licht
Plötzlich, draußen auf der Fensterbank
Ein Rotkehlchen, so still, schaut zu mir
Pickt die Körner von der Fensterbank
Als ob es sich bedanken will
Für meine Liebe zu den Lebewesen
Die es nicht leicht, wenn der Winter vor der Tür
Wie gekommen, so verschwunden
Ich streue noch ein paar Körner in die Schüssel
Ein paar Tropfen Wasser noch ins Schälchen
Und ich kann das Fenster wieder schließen
Den Tag zufrieden beenden
Mit einer Wohltat für das dankbare Rotkehlchen
Das bestimmt zufrieden und satt
In seinem Nest eine gute Nacht erleben wird
Bis es morgen Früh wiederkommt
Ob auf die Fensterbank, ob ins Vogelhäuschen
Wo immer Futter zu finden
Für die Vögel, damit sie auch diesen Winter überleben
Ich lass die Rollläden runter
Schließe zufrieden meine Augen
Nicht, ohne an jene zu denken
Die täglich ums Überleben kämpfen müssen
Ob Mensch, ob Tier
Mensch, wach auf! Vergiss nicht zu schenken
Dort, dort wo die unschuldigen Hilflosen
Mit ihrem Schicksal mutterseelenallein
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
05.12.2022
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