Foto:©Elisabeth Anton
Nirgendwo mehr daheim
Heimat opfern müssen, um Freiheit zu leben
Alles aufgeben, zurücklassen, alles verloren
Um in der Fremde, heimatlos zu leben
Erinnerungen zu hüten, von dort, wo du einst geboren
Heimat aufgeben müssen, für die Freiheit
Mit nur einem Koffer vor fremdem Bahnhof ich stand
Ohne Ahnung, wo liegt die Zukunft, was bringt die Zeit
Allein in der Fremde, weit weg von zuhause, „mit staatenlosem Pass“ in der Hand
Mit nichts standen wir mitten im Leben
Raue Wirklichkeit zeigte uns den Preis der Freiheit
Heimat wird es nie mehr geben
Das zeigten uns die Jahrzehnte, des Lebens Vergänglichkeit
Mittendrin in der Freiheit, verlassen und allein
Jeder Weg gepflastert mit Steinen ohne Glanz, keine Sterne scheinen
Freiheit ist wunderbar, kann auch schmerzvoll sein
Wenn du siehst, was du verloren, warum Geist und Seele weinen
Ein tägliches Kämpfen, neues Leben aufzubauen
Allein in der Fremde, ohne Wärme, ohne Heimatgeborgenheit
Ich kann jede Stunde Richtung Heimat schauen
Nur „daheim“ sein kann ich nicht, das zeigt mir die Wirklichkeit
Die Wirklichkeit war Kampf, Kämpfen, oft hilflos davorstehen
Jedes Mal öffnete ich dann den Koffer gelebter Erinnerung
Wer Freiheit leben wollte, musste durchs Feuer, über Dornen und Steine gehen
Am Ende bleibt die Einsicht, nirgendwo mehr daheim, nur noch spürbare Hoffnung
Heimat, eine zweite Heimat, die gibt es für mich nicht
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
04.08.2026
