
Foto:©Elisabeth Anton
Heimat aufopfern müssen, alles verloren, um in der Fremde frei zu sein
Lauer Sommerwind wiegt die Baumkronen
Durch den Augenblick unaufhaltsamer
Vergänglichkeit
Erinnerungen mich, bis heute, belohnen
Spürbar bis heute, diese einzigartige
Heimatgeborgenheit
Es wird sie nie mehr geben
Diese Stunden gelebter Heimatgeborgenheit
Nie mehr diese Gassen, Höfe, diese Gärten, das
reiche Feld, Generationenleben
Heimat, sie nahm auch dich mit, die Macht der
Vergänglichkeit
Ich schau weit über die Kanalbrücke hinaus
Wo einst, in sichtbarer Ferne, das Land der
Freiheit zu sehen
Heute, alles fremd, die Gassen, die Menschen,
mein Elternhaus
Überall die Zeichen der Zeit, mitten im
Augenblick stehen
Nie mehr der Jahreszeiten Schönheit
Nie mehr, diese Gärten voller Reichtum und
Glück
Was war das einst eine so reiche Zeit
Dankbare Menschen, Leben mit der Natur.
Nichts, nichts kommt mehr zurück
Ein paar Erinnerungen haben überlebt
Sie allein zeigen noch, was von „Heimat“
geblieben
Auch wenn Heimweh immer und ewig lebt
Heimat gibt es nicht mehr, seit „Aussiedlung“
die Menschen in die Fremde getrieben
Sie wollten Freiheit leben, endlich frei sein
Sie glaubten nicht mehr daran, dass der
Eiserne Vorhang fällt
Alles ging seinen Weg. Geschichte kann grausam
sein
Wenn man Heimat opfern muss, weil man
„Freiheit leben“ als Ziel gewählt
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
04.08.2026