Foto:©Elisabeth Anton
Ich wünsche mir oft „meine Heimatzeit“ zurück
Ich wünsche mir „meine Heimatzeit“ zurück
Unbeschwerte Jahre, eine so reiche Zeit
Wo ich erlebt, was Freude, Leid, Nachbarschaft, Freundschaft, Trauer, Glück
Worin der Wert liegt, von Zuhause und Geborgenheit
Jede Gasse, jeder Feldweg mir vertraut
Die Felder, die Wiesen, das Blumenparadies im Garten
Heute, kein Nachbar mehr da, um dich zu grüßen, am Fenster rausschaut
Vor der Haustür keine Großeltern mehr auf mich warten
Ob von Kindergarten oder Schule nach Hause gekommen
Wartete Großvater vor der Haustür, Großi mit gedecktem Tisch
Jeden Tag, sie mich in die Arme genommen
Ob beim Gehen oder Kommen. Manchmal gab es gegrillten Fisch
Keine Nachbarn mehr, die auf mich warten
Hier, eine so fremde, eiskalte Welt
Ich sehne mich nach den Blumendüften in unserem Garten
Wo Natur pur, ihre Wunder uns, kostenlos, bestellt
Die Weichselbäume, jetzt, bestimmt in ihrem weißen Blütenkleid
Die Abendglocken der Heimatkirche, weit hinaus zu hören
Ich sehne mich nach den Jahrzehnten „meiner Heimatzeit“
Wie konnte man diesen Reichtum „Heimat“ so schnell zerstören
Ich habe, mein Leben lang, Freiheit ersehnt
Ohne Stacheldrahtgrenzen zu leben, nicht mehr sie zu hören, die Schüsse am „Grenzzaun“
Mein Leben lang Freiheit der Landesgrenzen erwähnt
Freiheit möglich, damals, nur über „Aussiedlung“, alles andere blieb ein Traum
Keiner grüßt dich hier von der anderen Straßenseite
Kein Mohnblütenbeet im Garten verschönert mehr den Augenblick
Brauchst du Hilfe, meidet man oft den Weg an deiner Seite
Vermisse die Zeit in der Heimat, wünsche mir Jahre der „Heimatgeborgenheit“ zurück
Heimweh und das Buch meiner Erinnerungen
Ist alles, was mir von „meiner Heimatzeit“ geblieben
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
18.04.2026
