Foto:©Elisabeth Anton
Heimat, ich schau deiner Vergänglichkeit zu
Heimat, so schmerzvoll deine Vergänglichkeit
Immer wieder sehe ich sie, an manchen Tagen
Ich rolle sie auf, meiner Heimatjahrzehnte goldene Zeit
Was geblieben, unbeantwortete Fragen
Am Ende, nach jeder gelebten Erfahrung
Weiß man erst, was damals gut gewesen
Vergänglichkeit umarmt meine Erinnerung
Was sind wir nur so kleine, unbedeutende Lebewesen
So unbedeutend für diese schöne Welt
Wenn wir nicht die Liebe leben
Kämpfen, dass unsere Erde, allen Menschen, Frieden bestellt
Möge es nie mehr Kriegstote, diese getöteten unschuldigen Soldaten geben
Heimat, Jahr um Jahr erlebte ich
Wie DU verschwunden, mit der Zeit
All deine Reichtümer, ob Muttersprache, Sitten, Brauchtum, nicht mehr möglich
Alles, alles auf dieser edlen Heimaterde nur noch Opfer der Vergänglichkeit
So viele schon verstorben, ob Familie, Freunde, Nachbarn, Landsleute
Überall verstreut sind wir, auf dieser weiten Welt
„Aussiedlung“ hat ihren Stempel aufgedrückt, bis heute
Es ist nichts mehr, wie es mal war, in meinem Hatzfeld
So vieles existiert nicht mehr
Fabriken, die einst Brot für Tausende, dem Erdboden gleich
Die einst vertrauten Gassen nur noch menschenleer
„Aussiedlung“ hat es geschafft, dass alles dahin, der Vergänglichkeit gleich
Vergänglichkeit, du hast auch meine Heimat mitgenommen
Nach 46 Jahren, man glaubt es kaum
Den Stempel „der Aussiedlung“ haben alle und alles bekommen
Alles dahin. Nur wenig erinnert an meine Heimat, einst gelebter Heimattraum
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
13.05.2026
