Donnerstag, 5. Juli 2018

Lang, lang ist´s her...




















Lang, lang ist´s her…      
                      
Jahrzehnte, Jahrhunderte, durchwanderten die Zeit
In meiner Heimat, die Handschrift der Vergänglichkeit zu lesen
Hie und da noch Spuren, längst´ verschwundener Generationen

Häusergiebel, schon Jahrzehnte, ihr Lachen verloren
Verstummt der Heimat Lieder, Sprache, Brauchtum
Bahnhöfe liegen da – abseits, mutterseelenallein, vergessen

Selbst die Libelle zog traurig weiter
Als sie das Abtragen der Ruinen in Hatzfeld gesehen
Ob Hanf-, ob Ziegelfabrik, ob Sprache, ob Sitten

Überall nur Spuren der Vergänglichkeit
Zeugen organisierter, unaufhaltsamer Aussiedlung
Für das Ziel der Mächtigen, Völkerwanderung kein Hindernis

Seit meine Erinnerung ihre Bilder eingeprägt
Benutzt, ausgebeutet, betrogen, belogen - von den Mächtigen der Politik
Honig um die Nase geschmiert, bis Mangel an Arbeitskräften mit „UNS“ ausgeglichen

Statt Grenzen zu öffnen, im Ostblock, für alle Menschen
Noch mitgeholfen, dass „Diktatur-Heuchler-Clique“ sich bereichert
Nicht nur, mit dem Kopfgeld für jeden Aussiedler

Heimat, mein Hatzfeld, deine Erinnerungen werden einst verstummen
Irgendwann wirst auch du das letzte deutsche Wort hören
Wenn auch du, irgendwann, nur ein Fleck auf der Landkarte, im einst blühenden Banat…

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
     26.01.2018




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