Sonntag, 20. Januar 2019

Heimat, wo sind deine Menschen, deine Jahrhunderte...



















Heimat, wo sind deine Menschen, deine Jahrhunderte…           



           

Lehmhütten waren sie nicht

Sondern Häuser aus Lehm, wundervolles Zuhaus´

Kühle im Sommer, im Winter Flammenlicht

Wenn der Ofen mit Holz geheizt. Mein Elternhaus



Siebzig Zentimeter aus Lehm gestampfte Wände

Türen, Fenster, Möbel – alles aus echtem Holz

Nachbarn reichten sich noch die Hände

Was war man auf seine Selbstversorgungsernten stolz



Alles im Kreislauf der Natur sinnvoll verwendet

Abfälle landeten auf dem Misthaufen

Da wurde nichts entsorgt, nichts verschwendet

Man hatte nicht so viel Geld zum Einkaufen



Alles was zum Alltag man gebraucht

Musste man nur einmal durch den Garten gehen

Wie schön, wenn silbern der Schornstein geraucht

Wie wohltuend, vor den Eisblumen am Fenster zu stehen



Man musste sparsam und erfinderisch sein

Um Naturressourcen nicht sinnlos zu verschwenden

Nichts erledigte sich von allein

Welch Freude, die Begrüßung auf die andere Straßenseite zu senden



Lehmhaus, siebzig Zentimeter Naturwand

Welch Luxus  - ob Sommer-, ob Winterzeit

Nachbarn reichten sich nicht nur zum Gruß die Hand

Hilfsbereitschaft zu jeder Stund, das war Selbstverständlichkeit



Im Garten, voller Duft das Blütenmeer

Im Taubenschlag, die vergnügten Tauben

Heute, heute sind die Gassen, die Häuser leer

Heimat ausgelöscht. Wie einfach es war, „Heimat“ zu rauben…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

        10.01.2019




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