Heimat, wo sind
deine Menschen, deine Jahrhunderte…
Lehmhütten waren sie nicht
Sondern Häuser aus Lehm, wundervolles Zuhaus´
Kühle im Sommer, im Winter Flammenlicht
Wenn der Ofen mit Holz geheizt. Mein Elternhaus
Siebzig Zentimeter aus Lehm gestampfte Wände
Türen, Fenster, Möbel – alles aus echtem Holz
Nachbarn reichten sich noch die Hände
Was war man auf seine Selbstversorgungsernten stolz
Alles im Kreislauf der Natur sinnvoll verwendet
Abfälle landeten auf dem Misthaufen
Da wurde nichts entsorgt, nichts verschwendet
Man hatte nicht so viel Geld zum Einkaufen
Alles was zum Alltag man gebraucht
Musste man nur einmal durch den Garten gehen
Wie schön, wenn silbern der Schornstein geraucht
Wie wohltuend, vor den Eisblumen am Fenster zu stehen
Man musste sparsam und erfinderisch sein
Um Naturressourcen nicht sinnlos zu verschwenden
Nichts erledigte sich von allein
Welch Freude, die Begrüßung auf die andere Straßenseite zu senden
Lehmhaus, siebzig Zentimeter Naturwand
Welch Luxus - ob Sommer-, ob
Winterzeit
Nachbarn reichten sich nicht nur zum Gruß die Hand
Hilfsbereitschaft zu jeder Stund, das war Selbstverständlichkeit
Im Garten, voller Duft das Blütenmeer
Im Taubenschlag, die vergnügten Tauben
Heute, heute sind die Gassen, die Häuser leer
Heimat ausgelöscht. Wie einfach es war, „Heimat“ zu rauben…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
10.01.2019

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