Alles dahin, wie vergängliche Schneeflockenspur
Silberwolken malt der Rauch
Über den Dächern, die Schneedecke schweigt
Winterzauber, welch sanft wohltuender Hauch
Von Schönheit und Magie, wenn Natur uns ihre
Macht zeigt
Im Flockenmeer, da tanzen sie
Die Schneesterne, geschickt vom Himmelszelt
Ihr leises Fallen zur Erde – welch
Seelensymphonie
Wie schön, wenn sie ein Wintermärchen, unsere
Welt
Überall wundervolle Schneefiguren thronen
Auf Dächern, Balken, Säulen, Brunnenrand
Schwalben, weit fort in warmen Länder wohnen
Erinnerungen reichen mir die Hand
Es war so wundervoll, in meiner Heimat
Wenn Königin „Schneeflocke“ ein Kunstwerk
gebaut
Wie schön sie waren, die Jahrzehnte meiner
Heimat
Heute, welch Schmerz, wenn man ins Buch der
Erinnerung schaut
Ganze Generationen, Sprache, Brauchtum
Alles verschwunden, als ob nie gewesen
Keiner wollte sehen, dass Heimat der größte
Reichtum
Wem klar, dass der Mensch ein heilig
Lebewesen
Völkerwanderungen zerbrechen Völker, ihre
Heimat
Über Generationen weitergegeben
Wehe dem, der keine Heimat mehr hat
Wir haben alle nur ein einziges Leben
Schneeflockenpracht, wenn sie leise fällt
Erinnert mich an die Reichtümer meiner Heimat
Wie immer auch Geschichte ihr Urteil fällt
Hatzfeld, wo ich geboren, war, ist und bleibt
meine Heimat
Eingehüllt in Flockenzauber einer Winterzeit
Die überall – ob Gärten, Höfe, Wiese, Felder
– ihre Kunstwerke baut
Es war ein Märchen, damals, diese heimatliche
Geborgenheit
Wo Heimat ein Zuhause, wo alles so warm, so
vertraut
Hätte es diese Stacheldrahtgrenzen nicht
gegeben
Nicht, diese Heuchlerzeiten zur damaligen
Sadisten-Diktatur
Wären, heute, all die Banater Städte Dörfer,
unsere Heimat noch am Leben
Die Zeit dahin. Heimat verschwunden. Alles,
wie vergängliche Schneeflockenspur…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
26.01.2019
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