Dienstag, 5. Februar 2019

Alles dahin, wie vergängliche Schneeflockenspur
















Alles dahin, wie vergängliche Schneeflockenspur




Silberwolken malt der Rauch

Über den Dächern, die Schneedecke schweigt

Winterzauber, welch sanft wohltuender Hauch

Von Schönheit und Magie, wenn Natur uns ihre Macht zeigt



Im Flockenmeer, da tanzen sie

Die Schneesterne, geschickt vom Himmelszelt

Ihr leises Fallen zur Erde – welch Seelensymphonie

Wie schön, wenn sie ein Wintermärchen, unsere Welt



Überall wundervolle Schneefiguren thronen

Auf Dächern, Balken, Säulen, Brunnenrand

Schwalben, weit fort in warmen Länder wohnen

Erinnerungen reichen mir die Hand



Es war so wundervoll, in meiner Heimat

Wenn Königin „Schneeflocke“ ein Kunstwerk gebaut

Wie schön sie waren, die Jahrzehnte meiner Heimat

Heute, welch Schmerz, wenn man ins Buch der Erinnerung schaut



Ganze Generationen, Sprache, Brauchtum

Alles verschwunden, als ob nie gewesen

Keiner wollte sehen, dass Heimat der größte Reichtum

Wem klar, dass der Mensch ein heilig Lebewesen



Völkerwanderungen zerbrechen Völker, ihre Heimat

Über Generationen weitergegeben

Wehe dem, der keine Heimat mehr hat

Wir haben alle nur ein einziges Leben



Schneeflockenpracht, wenn sie leise fällt

Erinnert mich an die Reichtümer meiner Heimat

Wie immer auch Geschichte ihr Urteil fällt

Hatzfeld, wo ich geboren, war, ist und bleibt meine Heimat



Eingehüllt in Flockenzauber einer Winterzeit

Die überall – ob Gärten, Höfe, Wiese, Felder – ihre Kunstwerke baut

Es war ein Märchen, damals, diese heimatliche Geborgenheit

Wo Heimat ein Zuhause, wo alles so warm, so vertraut



Hätte es diese Stacheldrahtgrenzen nicht gegeben

Nicht, diese Heuchlerzeiten zur damaligen Sadisten-Diktatur

Wären, heute, all die Banater Städte Dörfer, unsere Heimat noch am Leben

Die Zeit dahin. Heimat verschwunden. Alles, wie vergängliche Schneeflockenspur…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

        26.01.2019


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