Donnerstag, 13. Juni 2019

Die Bettlerin am Domportal


















Die Bettlerin am Domportal                    





Mein Weg führt mich heute zur Kathedrale

Meine Tränen verwischen Sinn von Augenblick und Sein

Mein Atem stockt. Mit einem Male

Ist die Bettlerin am Domportal nicht mehr allein



Ich setze mich zu ihr, spüre meine Tränen

Die Sonne strahlt mit spürbarer Macht

Kann weder Namen noch Ohnmacht erwähnen

Sehe die Menschenmenge. Woran die wohl gedacht



Lege der Bettlerin vor dem Domportal

Einen Geldschein in ihre zitternde Hand

Zu sehen, so scheint´s, dass „Mensch sein“ eine Qual

Selten, noch einer die Bettlerin sieht. Welch Schand´



Sie schaut mich an, ihre Tränen glänzen im Morgensonnenlicht

Ich ersticke fast an der Dombesucher Gleichgültigkeit

Menschen sehen die Tragödie auf den Treppen am Domportal nicht

Als ob sie längst begraben, jegliche Menschlichkeit



Eine Weile sitze ich auf diesen Treppen, neben der Bettlerin

Zitternd ihre Hände, gezeichnet von unheilbarer Krankheit

Vor meinen Augen zieht die Herzlosigkeit einer „Zivilisation“ dahin

Die noch nicht erkannt, was Sinn, Weg, Ziel, einer wertvollen Lebenszeit



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

              10.06.2019










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