Foto:©Elisabeth Anton
„Mir geht es gut“ - sagte sie immer, eine Mutter
Nur geschuftet, gespart – von früh bis spät
So oft lag sie wach, die ganze Nacht
Während jeder abends sorglos zu Bett geht
Hat sie bei ihrem Kind, immer, gewacht
Sie hat es aus Liebe geboren
Trug es unter ihrem Herzen, eine lange Zeit
Sie hat keinen Augenblick versäumt, verloren
Weil ihr Kind ihr Sonnenlicht, ihre Lebenszeit
Sie hat gerackert, auf so vieles verzichtet
Tag und Nacht für ihr Kind da, rund um die
Uhr
Sie hat nie geschimpft, nie gerichtet
Sie lenkte ihren Engel, immer, in die
wohltuendste Spur
Kaum eine Nacht geschlafen, aber immer bereit
Nie geklagt, nie gejammert, nie unzufrieden
Für sie immer klar: Meinem Kind gehört all meine
Zeit
Meine Liebe, meine Umarmung, mein Seelenfrieden
Über viele Jahrzehnte merkte sie nie
Dass es auch ihr ICH stets gegeben
Ihre Noten spielten nur für ihres Kindes Glücksmelodie
Sie opferte alles, damit glücklich ihres Engels
Leben
Wenn man sie gefragt, sagte sie immer wieder
„Mir geht es gut, bin zufrieden und dankbar.“
Viele Jahrzehnte blühte er immer wieder, der
Flieder
Bis es eines Tages schneeweiß, ihr Haar
Das entdeckte sie, eines Abends, im Spiegel
Erinnerungen wortlos aufgerollt, in ihrer
Gedankenwelt
„Mein Leben, welch wunderbarer Brief, mit
Roman und Siegel.“
Mir geht es gut“, sagte sie. Dann, dann ihr
letzter Vorhang fällt…
©Elisabeth Anton,
Speyer / Hatzfeld
20.03.2019
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