Foto:©Elisabeth Anton
Wunder der Erde, wenn mein Heimweh über
Hatzfeld schaut
Hatzfeld! Sie lassen
mich nicht los, meine Gedanken an dich
Sehe deine Gassen,
den Heiligen Florian, Kirche, Kapelle, den Friedhof vor mir
Ich sehe die
Kanalbrücke Richtung Rapova1, deine Felder so unendlich
Ich stehe, wo
das „alte Pumphaus“ mal war und weine nach dir
Es gibt
Erinnerungen, die kann man nicht löschen, nie
Es gibt Jahre,
Stunden im Leben, die tragen dich auf ihren Händen
Bis zum Schluss
höre ich sie in mir, meiner Seele Heimwehmelodie
Elternhaus, die
alten Bilder, sie erzählen Geschichten, an schweigenden Wänden
Ich sehe den
alten Korb, mit körnerlosen Maiskolben, unter dem Sparherd stehen
Ich sehe auf
dem Dachboden die hölzerne „Molder“2 mit Fleisch darin
Gesalzen, bald
„reif“ für den Selcher. Meine Schritte leise zum Hofgiebel gehen
Damit die
Tauben nicht erschrecken. Heimat, mein Sehnen gehört dir, mein Sinn
Ich sehe, wie
Großi3 im Feuerloch alles vorbereitet, für den kommenden Tag
Zuerst die
Asche weg, dann zerknülltes Zeitungspapier, dann Kleinholz drüber
Im Ofenrohr schon
die Äpfel zum Braten. Wie sehr ich diesen Duft, heute noch, mag
Ich musste nur
ans hintere Fenster klopfen, und die Nachbarin kam rüber
Der
Schweinestall seit Weihnachten leer. Bald werden dort kleine Ferkel sein
Ich höre heute
noch, wie sie, im Wettbewerb, „Trank“4 schlürfen aus dem Trog
Erinnerungen!
Ihr seid immer da, mit euch darf ich daheim, zuhause sein
Feuer knistert
unter dem Kessel. Kochwäsche dunstet. Erinnerungen, welch Sog
Erinnerungen!
Sie saugen mich auf und lassen mich leben
Jene Stunden,
die mir heilig und wert, denen Achtung und Ehrfurcht gebühren
Erinnerungen!
Was könnt ihr mir so viel Glück, so viel Heimat geben
Durch euch darf
mein Heimweh gelebtes Glück vergangener Jahrzehnte berühren
Ich höre den
Hund bellen, die Ente schnattert, die Katze miaut
Ich sehe den
schneebeladenen Besen am Gartenzaun stehen
Ich sehe Wunder
der Erde, wenn mein Heimweh über Hatzfeld schaut
Bewahret diese
Stadt! Mögen „Alt und Neu“, Hand in Hand, durch die Gassen gehen
Heimat! Ich bin
so weit. Mein Heimweh ruft mal wieder nach dir
Tränen fallen schweigend
aufs Blatt Papier. Ich rieche deinen Rauch vom Feld
Bestimmt wird
Reisig verbrannt. Deine Blumen bald des Frühlings farbenbunte Zier
In Gedanken bin
ich dir nah, du meine Heimat, du mein gutes, altes, treues Hatzfeld
©Elisabeth Anton, Speyer Hatzfeld
08.02.2007
1). Östlicher Ortsteil von Hatzfeld 2). Wie ein Waschtrog, nur innen mit
rostfreiem Blech ausgekleidet. Da wurde das Fleisch gesalzen, lag einige Wochen
in diesem Salz, bis es dann abgewaschen, abgetrocknet und geselcht werden
konnte 3).Großmutter 4). Gemisch von Essensresten, Kleie,
gekochten Kartoffelschalen, Wasser - ein Trunk für Schweine, die bio ernährt
wurden, mit Mais und Klee aus dem Garten.

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