Foto:©Elisabeth Anton
Wenn das Herz seine Scherben klirren hört
Erinnerungen
aus der Heimat
Ein letzter Blick
zurück
Welch grenzenloser
Schmerz
Welch erstickende
Traurigkeit
Auf dem Weg Richtung
Freiheit
An den Fenstern
keine Vorhänge mehr
Am Brunnen rostet
die Kette vor sich hin
Alle Räume „besenrein“
Laut Vorschrift der
Diktaturzeit
Alles verschenkt, alles
weg
Was Generationen
sich vom Mund abgespart
Ein letzter Blick über
Hof und Garten
Wo die Blumen in
lautloser Stille weinen
Die Schweineställe,
der Schuppen, Keller, alles leer
Der Dachboden allein,
mit seinem sprachlosen Selcher
In der Küche keine Katze
mehr unter dem Sparherd
Die gute alte
Nähmaschine längst verschenkt
Die Tauben, in
seltsamem Aufruhr
Keine Hühner, keine
Gänse, keine Schweine mehr
Ein Lebenswerk von
Generationen
In nur wenigen
Wochen dahin, als ob nie gewesen
Ein letzter Blick,
ein allerletzter
Für den Abschied,
für den Weg Richtung Freiheit
Eine Stille, die Tränen
hörbar macht
Das Herz seine
eigenen Scherben klirren hört
Aussiedlung statt Grenzen
geöffnet
Für Freiheit, für
eine friedliche Welt
Mensch, bis du erkennst,
was wichtig
Wird es für immer
und alles zu spät sein
Wach auf, Mensch! Wach
auf!
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
10.01.2020

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