Foto:©Elisabeth Anton
Heimat, was musst du alles ertragen
Blühende Baumkronen vor unserem Schweinestall
Es ist die Zeit der Akazien Sommerblütentraum
Die Zeit, die Zeit, sie brachte alles zu Fall
Kein Akazienduft strömt mehr durch Hof und Raum
Alles, alles dem Erdboden gleichgemacht
Als ob es Leute ohne Gefühlswelt, ohne Herz
An Pferdezucht der neue Hausherr gedacht
Er machte Ernst aus seinem vermeintlichen Scherz
Roden nennt man das für den Wald
Was muss man da alles mitansehen
Wenn nur noch Erinnerung durch Hof, Haus, Garten halt
Wenn neue Bewohner trampelnd über die Blumen gehen
Irgendwann, da stand nur noch mein Elternhaus
So, wie es zu meinen Jahrzehnten war
Fremde Leute gehen ein und aus
Nur meine Erinnerung weiß noch, was, weshalb, wo war
Mein Elternhaus, es hat noch sein Giebelgesicht
Obwohl eine Mauer den schwarzen Holzzaun ersetzt
Die schadet, die schadet dem Haus nicht
Kein Hund mehr durch die Gassen die Gänse hetzt
Diese Idylle von heimatlicher Geborgenheit
Dieses Gefühl, im Herzen ein Zuhause zu haben
Das, das alles ausgelöscht, mit der Zeit
Heimat, wo sind deiner Spengelgass edle Gaben
Eben war ich in Gedanken daheim
Als ob es leise lodert, das Feuer im alten Herd
Erinnerungen, was könnt ihr so behutsam, so edel sein
Tränen in meinen Augen. Mein Heimweh sich wehrt
Es will nach Hause, in meine Heimat Hatzfeld
Da, da wo das Leben einst spürbar schön
Wäre es frei gewesen, ohne Stacheldrahtgrenzen, das weite Feld
Hätte niemand es gewollt, in der Fremde zu stehn´
Einige Generationen, die alles angesiedelt, aufgebaut, so scheint es zu sein
Sind Opfer und Verlierer dieser zerstörerischen Völkerwanderung
Unsere Ahnen, welch Opfer sie gebracht, um in Hatzfeld daheim zu sein
Was würden sie bitterlich weinen, könnten sie sehen, was nur noch Erinnerung
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
04.09.2012

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