Foto:©Elisabeth Anton
Für einen Augenblick daheim
So still, so schweigend der Morgen
Ein neuer Tag schenkt sein Licht
Ob Glück, Freud, Tränen oder Sorgen
Es geht weiter – ob ein Glas funkelt oder zerbricht
In Gedanken umarme ich Erinnerung
Wie ein wertvoll gewebter Teppich liegen sie vor mir
Welch Jahrzehnte voller Hoffnung
Freiheit zu erleben, als Seelenzier
Freiheit, sie ersetzt Heimat nie
Weil Heimat die Wiege edelster Geborgenheit
Heimat, diese tiefste Seelenharmonie
Ob Greis, ob Jugend- oder Kinderzeit
Heimat, das war Daheim, Zuhause
Wo Großeltern auf dich gewartet, nach Schulende
Das waren Elternhaus, Muttersprache, ohne Reue, ohne Pause
Heimat, da reichte man zum Gruß sich noch die Hände
Heimat, das war der Heimatkirche Glockenklang
Ob eine Nachricht verkündet oder die Uhrzeit
Heimat, das waren Muttersprache, Freunde, Chorgesang
Heimat, das waren Zuhause, Friedhof, Blumenzeit
Hahnenkrähen am Morgen, das störte nie
Fast in jedem Hof ein Hahn, der seine Hühner beglückt
Heimat, das war Herzenssymphonie
Wo alle, auch in der Not, noch zusammengerückt
Heimat, das waren Familie, Freunde, Nachbarschaft
Das waren Brauchtum, Feste in gelebter Fröhlichkeit
Heimat, das war ehrliche Kameradschaft
Wo man umarmt, wenn einer betrübt von Sorge und Leid
Heimat, das war das Leben daheim
Das waren Elternhaus, spielende Kinder auf der Gass´
Heimat, nirgendwo wird es mehr so sein
Diese Welt voller Werte, ohne Neid, ohne Hass
Ich war jetzt daheim. Für einen Augenblick
Ging ich durch gelebte Jahrzehnte, manche Jahreszeit
Heimat, immer wieder kehre ich in unsere Welt zurück
Wo ich Glück gelebt, deiner Werte edelste Geborgenheit.
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
04.10.2019

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