Samstag, 12. März 2022

Heimatfriedhöfe, eines Tages verschwunden



 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton 

 
Heimatfriedhöfe, eines Tages verschwunden
heimatheim

 

Wer hätte das gedacht

Dass man, wegen Freiheit

Seine Heimat opfern musste

Statt, den Eisernen Vorhang zu Fall zu bringen

Hielt man an diesem fest

Ließ die Menschen alles verlieren

Alles aufgeben, für ihre ersehnte Freiheit

Und alle schauten zu

Die Diktatur stahl, mal wieder, alles

Was nur machbar möglich war

Damit man mit nur einem Koffer, einer Kiste

Ausreisen durfte, was hier im Westen

„Aussiedlung“ genannt

Ich wollte es nicht glauben

Als mich dieses Wort zum ersten Mal berührt

Wir wurden „ausgesiedelt“, um hier im Westen

Die Not an Arbeitskräften zu lindern

Selbst der Heimatfriedhof musste allein bleiben

Weil kein anderer Weg für die Freiheit möglich

Als zu gehen, „auszusiedeln“, Heimat opfern

Heute, über vier Jahrzehnte danach

Sind viele Gräber verschwunden

Auf manchem Friedhof, in Ortschaften

Wo keine Deutschen mehr leben

Was noch vorhanden, nur noch einsam und verlassen

Die vom Wind und der Zeit gebeugten Grabsteine

Von Regen und Schnee verwischten Namen

Alles im Sinne von „Aussiedlung“, für ersehnte Freiheit

Statt Diktatur zu beenden, den Eisernen Vorhang zu öffnen

Diplomatisch, in Frieden, ohne Fluchtopfer an der Grenze

Musste man „aussiedeln“, Heimat opfern

 

Wie erbärmlich arm sie geworden, unsere Welt…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   11.03.2022

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