Donnerstag, 17. März 2022

Tränen, Tränen für ein ganzes Menschenleben


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Tränen, Tränen für ein ganzes Menschenleben

21. Tag Krieg

 

Häuser brennen, Dächer einfach abgerutscht

Flammen winken durch die Fenster

Mauerwerke bröckeln im Schmerz des Augenblicks

Zuhause, Heimat, sie werden zum Inferno

Häuserfassaden ihr Gesicht verloren

Menschen ihr Zuhause, ihre Heimat

Keine Zeit, in Würde zu beerdigen

Nur ein Rollen der Getöteten

In einem schwarzen Plastiksack

In einen langen Graben. Ein Massengrab

Eine werdende Mutter, ihr Neugeborenes

Sie mussten beide sterben

Als Opfer dieses unberechenbaren Krieges

Unschuldige, tausende getötete Soldaten

Deren Mütter, Ehefrauen, Kinder, Familien

Ein Leben lang weinen werden

Im Innenhof eines Hauses

Liegt ein einsamer Leichnam

Getötet beim letzten Raketenangriff

Noch nicht zum Massengrab getragen

Er schläft seinen längsten Weg

Auf Heimaterde. Und der Schnee fällt leise

Weinende Flocken decken ihn behutsam zu

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                16.03.2022

 

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