Foto:©Elisabeth Anton
Tränen, Tränen für ein ganzes Menschenleben
21. Tag Krieg
Häuser brennen, Dächer einfach abgerutscht
Flammen winken durch die Fenster
Mauerwerke bröckeln im Schmerz des Augenblicks
Zuhause, Heimat, sie werden zum Inferno
Häuserfassaden ihr Gesicht verloren
Menschen ihr Zuhause, ihre Heimat
Keine Zeit, in Würde zu beerdigen
Nur ein Rollen der Getöteten
In einem schwarzen Plastiksack
In einen langen Graben. Ein Massengrab
Eine werdende Mutter, ihr Neugeborenes
Sie mussten beide sterben
Als Opfer dieses unberechenbaren Krieges
Unschuldige, tausende getötete Soldaten
Deren Mütter, Ehefrauen, Kinder, Familien
Ein Leben lang weinen werden
Im Innenhof eines Hauses
Liegt ein einsamer Leichnam
Getötet beim letzten Raketenangriff
Noch nicht zum Massengrab getragen
Er schläft seinen längsten Weg
Auf Heimaterde. Und der Schnee fällt leise
Weinende Flocken decken ihn behutsam zu
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
16.03.2022
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