Donnerstag, 12. Januar 2023

Welch Macht, diese wortlose Vergänglichkeit


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Welch Macht, diese wortlose Vergänglichkeit                            

 

Der einsame Gartentisch steht so allein da

Geküsst vom Regen, die ganze lange Nacht

Gestreichelt vom kühlen Herbstwind

Die Tropfen hängen am Tischrand

Wie Glasperlen auf einen Draht gereiht

Das Licht schickt ihnen die Regenbogenfarben

Damit sie leuchten, wie funkelnde Sterne

Die Meise sitzt auf dem Rand der Vogeltränke

Die Amsel pickt die letzten Körner

Der Marienkäfer freut sich auf der Fensterbank

Dass er, auf dieser Blume sitzend, mit ins Wohnzimmer konnte

Auch letzten Winter hat er dort überlebt

Von Blume zu Blume gekrochen

Dann an der Fensterscheibe hoch

Wo die Sonne ihre Strahlen geschickt

Die Schnecke sich tief in ihr Haus zurückgezogen

Die Tauben fleißig auf ihrer Futtertour

Welch besonderer Herbsttag vor mir

Mit all seinen Farben, dem atmenden Welken

Ich genieße diese Zeit, spüre tief im Herzen

Wie kostbar sie für mich sind

Die Farben, die Wunderformen der Natur, zur Herbstzeit

Ich falte die Hände, bete ein Vaterunser

Schaue in Ehrfurcht zum Himmelszelt

Um, mich herzlichst zu bedanken, für alles

Was Leben, Natur, Himmel und Erde mir bisher geschenkt

Ich aller Fülle, die Herz, Geist und Seele tränken

Mit meiner dankbaren Zufriedenheit

Dass ich sehen darf, was ich sehe, fühlen und denken, was ich will

Und immer in Andacht und Ehrfurcht vor der Macht dieser wortlosen Vergänglichkeit

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                17.09.2022

 

 

 

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