Foto:©Elisabeth Anton
Welch Macht, diese wortlose Vergänglichkeit
Der einsame Gartentisch steht so allein da
Geküsst vom Regen, die ganze lange Nacht
Gestreichelt vom kühlen Herbstwind
Die Tropfen hängen am Tischrand
Wie Glasperlen auf einen Draht gereiht
Das Licht schickt ihnen die Regenbogenfarben
Damit sie leuchten, wie funkelnde Sterne
Die Meise sitzt auf dem Rand der Vogeltränke
Die Amsel pickt die letzten Körner
Der Marienkäfer freut sich auf der Fensterbank
Dass er, auf dieser Blume sitzend, mit ins Wohnzimmer konnte
Auch letzten Winter hat er dort überlebt
Von Blume zu Blume gekrochen
Dann an der Fensterscheibe hoch
Wo die Sonne ihre Strahlen geschickt
Die Schnecke sich tief in ihr Haus zurückgezogen
Die Tauben fleißig auf ihrer Futtertour
Welch besonderer Herbsttag vor mir
Mit all seinen Farben, dem atmenden Welken
Ich genieße diese Zeit, spüre tief im Herzen
Wie kostbar sie für mich sind
Die Farben, die Wunderformen der Natur, zur Herbstzeit
Ich falte die Hände, bete ein Vaterunser
Schaue in Ehrfurcht zum Himmelszelt
Um, mich herzlichst zu bedanken, für alles
Was Leben, Natur, Himmel und Erde mir bisher geschenkt
Ich aller Fülle, die Herz, Geist und Seele tränken
Mit meiner dankbaren Zufriedenheit
Dass ich sehen darf, was ich sehe, fühlen und denken, was ich will
Und immer in Andacht und Ehrfurcht vor der Macht dieser wortlosen Vergänglichkeit
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
17.09.2022
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