Foto:©Elisabeth Anton
Welch einmalige Zeit, damals in meiner Heimat
Sperrangelweit waren die Fenster offen
Nachts
Der Gassentürschlüssel hing am Nagel, innen am Gassenzaun
Nachts
Das Gassentor war nur mit einem Riegel verschlossen
Tagsüber und nachts
Welch friedliche, sichere Welt
Ohne Einbrüche, ohne Angst
Ohne Angst, bei offenem Fenster zu schlafen
Natur zu genießen, die ganze Nacht
Garten- und Hoftor, mit einem Haken eingehängt
Tagsüber und nachts
Man hatte keine Angst, nachts
Weil Hunde noch jedes Haus bewacht
Hätte jemand das Grundstück betreten
Hätte der Hund, sofort, Alarm geschlagen
Wie seelenruhig konnte ich schlafen
Jede Sommernacht, bei offenem Fenster
Lüfte und Düfte der Jahreszeiten atmen
Die wie Balsam für jedes Einschlafen
Welch sorgenfreies Sein
Bis Diktatur bemerkbar, spürbar
Da, da kam die Angst auf
Vor dem Wahnsinn dieser brutalen Sadisten
Es wird nie
mehr so schön, so wertvoll
Wie es einmal zuhause, daheim in der Heimat war
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
26.04.2016

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