Foto:©Elisabeth Anton
Die kleine Kapelle
Sie schließt die Augen, hört dem Augenblick zu
Sieht die hohen Berge, Wiesen voller Blumenpracht
Mittendrin, die kleine Kapelle, ihre Tür zu
Doch gedanklich öffne ich die kleine Tür, wie damals, bei Nacht
Nach einem langen Spaziergang durch wohlriechende Bergwelt
Blieben wir vor dieser Kapelle stehen
Mit betenden Händen Richtung Sternenzelt
Nicht ahnend, wie schnell unsere Jahrzehnte vergehen
Eine sanfte Berührung
Und die Klinke öffnete ihre Kapellentür
Wir, schweigend, in glücklichster Umarmung
Unsere Gefühle, sie tanzten ihre einzigartige Kür
Wir knieten nieder, voller Andacht
Vor diesem ehrfurchtsvollen Altar
Draußen schwieg sie für uns, die Nacht
So schön, diese Stunden, in jedem Jahr
In jedem Jahr standen wir davor
Vor unserer kleinen Kapelle, mitten in der Bergwelt
Wo es offen, schien es auch geschlossen, das Kapellentor
Stunden voller Glück, in der Stille unserer nächtlichen Sternenwelt
Bis dein Tod alles zerstört´
Ich weiß, wir müssen alle gehen
Irgendwann. Warum, warum hat der Herrgott mein Flehen überhört
Warum dürfen wir nicht mehr vor dem Heiligtum unserer Kapelle stehen
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
04.06.2025
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