Mittwoch, 11. Juni 2025

„Reiseleiterin – Zeit“, Mamaia, Schwarzmeerküste, 15. Mai bis 15. Oktober 1975

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

 

„Reiseleiterin – Zeit“, Mamaia, Schwarzmeerküste, 15. Mai bis 15. Oktober 1975   

Erinnerungen, die NIE verblassen

 

Überall lauerte SIE

Am Meeresufer, im Sand, beim Eisstand

Überall diese Abhör- oder Beobachtungsmelodie

Manchmal reichten Schatten sich die Hand

 

Überall nur Gefahren, ohne Licht

Dennoch zu sehen, weil ihr Gesicht mir bekannt

Reden, unterhalten wollten die sich nicht

Nur verfolgen, um zu sehen, wer reicht wem die Hand

 

Überall nur dieses eine Gefühl

Wer beobachtet, wer verfolgt mich wieder

Als ob ich sie gerochen, in diesem Menschengewühl

Ihre Düfte weitab von Rosen und Flieder

 

Ob im Hotel, im Zimmer, auf dem Flur

Wanzen und Verfolger, überall und immer möglich

Manchmal stolperte er durch seine Spur

Wein machte auch ihn „seelig“

 

Den ganzen Sommer, wie streunende Hunde

Überall zu sehen, mal das eine, mal das andere Gesicht

Ob frühmorgens, ob Flughafen zur Mitternachtsstunde

SIE wichen von deiner Seite nicht

 

Des Meeres wunderbares Wellenrauschen

Konnte ich kaum genießen, sah ich den Schatten über einem Paar Schuh

SIE konnten überall und jeden belauschen

Auch wenn die Tür hinter mir zu

 

Überall, im Hotel, Bustransfer, Meeresstrand

Als ob ihre Augen Allmacht in stummem Schweigen

Wehe, es reichte einer „dieser Schatten“ dir seine Hand

Spürte man ihn deutlich, deren skrupellosen Reigen

 

Jahrzehnte danach, immer und immer wieder

Zuckte ich zusammen, dachte ich an bestimmte Stunde

Das war weder Rosenduft noch Flieder

Drehten „diese Sadisten“ ihre tägliche Ehrenrunde

 

Ich kann es nie vergessen, nie

Auch wenn Meeresrauschen Wohltat für Geist, Körper und Seele

DIE, DIE, vergesse ich nie, niemals, diese furchtbare Diktaturzeit

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   14.12.2019

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