Foto:©Elisabeth Anton
„Reiseleiterin – Zeit“, Mamaia, Schwarzmeerküste, 15. Mai bis 15. Oktober 1975
Erinnerungen, die NIE verblassen
Überall lauerte SIE
Am Meeresufer, im Sand, beim Eisstand
Überall diese Abhör- oder Beobachtungsmelodie
Manchmal reichten Schatten sich die Hand
Überall nur Gefahren, ohne Licht
Dennoch zu sehen, weil ihr Gesicht mir bekannt
Reden, unterhalten wollten die sich nicht
Nur verfolgen, um zu sehen, wer reicht wem die Hand
Überall nur dieses eine Gefühl
Wer beobachtet, wer verfolgt mich wieder
Als ob ich sie gerochen, in diesem Menschengewühl
Ihre Düfte weitab von Rosen und Flieder
Ob im Hotel, im Zimmer, auf dem Flur
Wanzen und Verfolger, überall und immer möglich
Manchmal stolperte er durch seine Spur
Wein machte auch ihn „seelig“
Den ganzen Sommer, wie streunende Hunde
Überall zu sehen, mal das eine, mal das andere Gesicht
Ob frühmorgens, ob Flughafen zur Mitternachtsstunde
SIE wichen von deiner Seite nicht
Des Meeres wunderbares Wellenrauschen
Konnte ich kaum genießen, sah ich den Schatten über einem Paar Schuh
SIE konnten überall und jeden belauschen
Auch wenn die Tür hinter mir zu
Überall, im Hotel, Bustransfer, Meeresstrand
Als ob ihre Augen Allmacht in stummem Schweigen
Wehe, es reichte einer „dieser Schatten“ dir seine Hand
Spürte man ihn deutlich, deren skrupellosen Reigen
Jahrzehnte danach, immer und immer wieder
Zuckte ich zusammen, dachte ich an bestimmte Stunde
Das war weder Rosenduft noch Flieder
Drehten „diese Sadisten“ ihre tägliche Ehrenrunde
Ich kann es nie vergessen, nie
Auch wenn Meeresrauschen Wohltat für Geist, Körper und Seele
DIE, DIE, vergesse ich nie, niemals, diese furchtbare Diktaturzeit
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
14.12.2019
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