Donnerstag, 16. Juli 2026

In Gedanken fliege ich nach Hause

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

 

In Gedanken fliege ich nach Hause                                            

Stumme Vergänglichkeit

  

In Gedanken fliege ich in die Heimat

Geh durch die Gassen, wo einst Freunde gewohnt

Sie ist so fremd geworden, diese alte Stadt

Der Heilige Florian, er, noch immer mitten in der Stadt thront

 

Der alte Bahnhof, er lässt mich weinen

Wie schön er einst noch war

Erinnerungen sich mit dem Augenblick vereinen

So schnell verging die Zeit, Jahr um Jahr

 

Ich gehe zum Stadtrand, wo Kaul, artesischer Brunnen, „Pumphaus“ mal waren

Nichts, nichts von allem, hat überlebt

Mein Herz weint. Nach so vielen Jahren

Jede Erinnerung tief in meiner Seele bebt

 

Die alten Häuser stehen stumm da

Ihre Giebel ihre eigene Sprache sprechen

Kein Nachbar mehr meinem Elternhaus nah

Ausgesiedelt, verstorben. Wenn Träume der Freiheit mal rächen

 

Ich gehe durch die Gassen, vor der Friedhofskapelle ich steh´

An den verwaisten Grabsteinen gehe ich vorbei. Meine Tränen

Sie beweinen die Verstorbenen, Heimatjahre, wo ich auch geh

Nur noch Erinnerungen, die mir „Heimat“ erwähnen

 

Ich stehe vor meiner Heimatkirche, dem weißen Gittertor

Ich schau zum Altar, sehe mich als weiße, glückliche Braut

Jetzt, so viel Fremde, Fremde wie nie zuvor

Fremde, nur noch Fremde, wohin man auch schaut

 

Da, wo ich einst zuhause war

Wo mein Elternhaus, Nachbarn, Freunde, meine Wiege stand

Nagt die sichtbare Vergänglichkeit, Jahr um Jahr

Reicht, in stummer Stille, auch meiner Heimat ihre Hand

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                    05.07.2026

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