Foto:©Elisabeth Anton
In Gedanken fliege ich nach Hause
Stumme Vergänglichkeit
In Gedanken fliege ich in die Heimat
Geh durch die Gassen, wo einst Freunde gewohnt
Sie ist so fremd geworden, diese alte Stadt
Der Heilige Florian, er, noch immer mitten in der Stadt thront
Der alte Bahnhof, er lässt mich weinen
Wie schön er einst noch war
Erinnerungen sich mit dem Augenblick vereinen
So schnell verging die Zeit, Jahr um Jahr
Ich gehe zum Stadtrand, wo Kaul, artesischer Brunnen, „Pumphaus“ mal waren
Nichts, nichts von allem, hat überlebt
Mein Herz weint. Nach so vielen Jahren
Jede Erinnerung tief in meiner Seele bebt
Die alten Häuser stehen stumm da
Ihre Giebel ihre eigene Sprache sprechen
Kein Nachbar mehr meinem Elternhaus nah
Ausgesiedelt, verstorben. Wenn Träume der Freiheit mal rächen
Ich gehe durch die Gassen, vor der Friedhofskapelle ich steh´
An den verwaisten Grabsteinen gehe ich vorbei. Meine Tränen
Sie beweinen die Verstorbenen, Heimatjahre, wo ich auch geh
Nur noch Erinnerungen, die mir „Heimat“ erwähnen
Ich stehe vor meiner Heimatkirche, dem weißen Gittertor
Ich schau zum Altar, sehe mich als weiße, glückliche Braut
Jetzt, so viel Fremde, Fremde wie nie zuvor
Fremde, nur noch Fremde, wohin man auch schaut
Da, wo ich einst zuhause war
Wo mein Elternhaus, Nachbarn, Freunde, meine Wiege stand
Nagt die sichtbare Vergänglichkeit, Jahr um Jahr
Reicht, in stummer Stille, auch meiner Heimat ihre Hand
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
05.07.2026

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