Montag, 4. September 2023

Die Münze hat immer Kopf und Zahl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Die Münze hat immer Kopf und Zahl                       

 

Im Zwang von Familienstand, Etikette und Zeit

Vegetiert manch einer durch seine Stunden

Vermisst die Wärme, Nähe, Geborgenheit

Bewundert stumm seine Seelenwunden

 

So viele vegetieren durch ihre Zeit

Weil sie Rücksicht nehmen auf alles, nie auf sich

Und stehen sie plötzlich vor ihrer Herbstzeit

Bedauern sie, dass Leben vergänglich

 

Jeder von uns hat seine Jahre nur einmal

Jeder die Chance, seine Jahreszeiten zu leben

Die Münze hat nun mal Kopf und Zahl

Keiner weiß, was dir, warum, gegeben

 

Eines nur, du musst es wissen

Manchen Weg wählt man für sich allein

Willst du Umarmung, Glück und Liebe nicht missen

Kannst nur du entscheiden, nur du allein

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   28.10.2015

 

 

Lebenszeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Lebenszeit                                           

 

Der Himmel ließ mich nie allein

Pünktlich schickte er mir seine Zeichen

Dafür will ich sehr dankbar sein

Sterne stellten meine Weichen

 

Wie groß auch mein Leid

Irgendwie war der Himmel mir immer nah

Sie war so bitter schwer, manche Zeit

Mein Herrgott war bei mir, was immer auch geschah

 

Ich vertraue ihm, seiner Macht

Ich bete, dass er mich nie übersieht

Oft frage ich mich, was ich wohl falsch gemacht

Weil manches Glück vor mir flieht

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 27.10.2015

 

 


Sonntag, 3. September 2023

Der letzte Tag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Der letzte Tag                            

 

Leere Zimmer

Geräumtes Haus

Vom Keller bis unters Dach

Gähnende Leere, traurige Herzen

Überall Leben von Generationen verschwunden

Nur die Bäume, die Blumen

Die Rebenspalier, der Aprikosenbaum, Brunnen

Sie standen da, wie einzementiert, sprachlos schweigend

Als ob nur noch einsam und allein

Verloren und traurig im eigenen Zuhause

Der letzte Rundgang durchs Haus

Der letzte Blick, rundum

Wo einst vier Generationen gelebt

Dann, der letzte Händedruck auf die Klinke

Die Tür fällt zum letzten Mal ins Schloss

Nichtahnend, welche Hyänen hier zuhause sein werden

Ohne jemals einen Finger gekrümmt

Für dieses einstige Zuhause

Derer, die alles aufgeben mussten

Heimat opfern

Weil sie in Freiheit, ohne Diktatur, leben wollten

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 25.08.2023

 

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