Dienstag, 9. April 2019

Welch Tragödie, für mich...




Welch Tragödie, für mich…      





Mein Hatzfeld, du Grenzstadt, dort am Rand

Wo einst spürbar, sichtbar, der „Eiserne Vorhang“

Obwohl es, damals, ein so reiches Land

Verstummt geblieben, der herrlichste Glockenklang



Ich schließe die Augen, erinnere mich

An die „Baumschule“, wo ich gearbeitet zur Ferienzeit

Verstohlen schaute ich zur Grenze, Richtung Freiheit

Welch Sehnsucht nach der freien Welt, ich erinnere mich



Jede Gelegenheit nahm ich wahr

Richtung Grenze, Richtung Freiheit zu schauen

Dahinter, hinter der Grenze, das war mir klar

Lebt die Freiheit. So oft wollte ich heimlich „abhauen“



Mein Großvater, immer wieder mich gewarnt

„Sei vorsichtig, das ist ein gefährliches Spiel

Wer auf diesem Weg nicht sicher getarnt

Der erreicht es niemals, seiner Freiheit Wunschziel.“



Ohne zu reden, plötzlich warnte er mich

Weil er sie genau durchschaut, meine Gedankenwelt

„Sei vorsichtig! In Hatzfeld, da ist´s oft gefährlich

Man weiß nie, durch welchen Verräter man zur Miliz bestellt.“



Dann, der Zufall baute eine Sondersituation

Großmutter in D. zu Besuch, mein Mann, Jugoslawien, Handball

„Überlege gut! Das wäre eine gute Ausgangsposition.

Doch die Beiden, die haben keine Courage für „deinen Fall…“



Sagte Großvater…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

          19.02.2013




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