Foto:©Elisabeth Anton
Auch wenn es noch steht, mein Elternhaus
In den Gassen das Schweigen wohnt
In jedem Haus, schon lange, erloschen das Licht
Ob Freiheit sich irgendwann lohnt
Das weiß man vor einer Entscheidung nicht
Heimat aufgeben müssen, für Freiheit
Als ob man sich selbst sein Grab gräbt
Ohne Heimat, welch schwere Zeit
Seit die Geschichte den falschen Hebel bewegt
Weit in der Welt lebe ich Freiheit
Denke an das, was zuhause geblieben
Erinnerungen durchziehen die gelebte Zeit
Den Augenblick, in dem wir vertrieben
Irgendwo, auf dieser großen Welt
Das leise Schlagen meines Pulses zu hören
Gelebte Jahre sind zurückgeblieben, in Hatzfeld
Was kann Geschichte alles zerstören
Dort, im Gänsestall hinter dem Schuppen
Welch Freude erlebt, wenn aus dem Ei Leben geschlüpft
Im Schatten, unter dem Akazienbaum, träumte ich von Puppen
Die einer Königen gleich. Über den Hof der kleine Hase hüpft´
Im Schweinestall, etwas Unruhe zu bemerken
Weil die Schweine gehört, dass Großi im „Trank-Eimer“ rührt
Die Tiere, das Vieh – auch sie müssen sich stärken
Mein Heimweh mich eben durch Heimatalltag führt
Am Holzschuppenbalken freut sich die Spinne
Weil die Sonne so majestätisch winkt, vom Zauberhorizont
Mir war es immer egal, ob ich verliere oder gewinne
Wichtig nur, dass mein Herz zuhause, wo Heimat thront
Im Zimmer meiner Großeltern, das uralte Petroleum-Licht
Der weiße Porzellanschirm hochgezogen über eine Kette
Erinnerungen, ich vergesse euch nicht
So viele Puppenmöbel wir gebastelt, aus Gras und Klette
Heute, die Gassen so stumm, so verlassen, so leer
Sichtbare Fremde scheint überall zu sein, in jedem Haus
Die Dreschmaschine vergessen, Hambar, Taubenschlag leer
Alles verschwunden, auch wenn es noch steht, mein Elternhaus…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
24.06.2019

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