Samstag, 21. September 2019

Auch wenn es noch steht, mein Elternhaus

















 Foto:©Elisabeth Anton


 
Auch wenn es noch steht, mein Elternhaus            





In den Gassen das Schweigen wohnt

In jedem Haus, schon lange, erloschen das Licht

Ob Freiheit sich irgendwann lohnt

Das weiß man vor einer Entscheidung nicht



Heimat aufgeben müssen, für Freiheit

Als ob man sich selbst sein Grab gräbt

Ohne Heimat, welch schwere Zeit

Seit die Geschichte den falschen Hebel bewegt



Weit in der Welt lebe ich Freiheit

Denke an das, was zuhause geblieben

Erinnerungen durchziehen die gelebte Zeit

Den Augenblick, in dem wir vertrieben



Irgendwo, auf dieser großen Welt

Das leise Schlagen meines Pulses zu hören

Gelebte Jahre sind zurückgeblieben, in Hatzfeld

Was kann Geschichte alles zerstören



Dort, im Gänsestall hinter dem Schuppen

Welch Freude erlebt, wenn aus dem Ei Leben geschlüpft

Im Schatten, unter dem Akazienbaum, träumte ich von Puppen

Die einer Königen gleich. Über den Hof der kleine Hase hüpft´



Im Schweinestall, etwas Unruhe zu bemerken

Weil die Schweine gehört, dass Großi im „Trank-Eimer“ rührt

Die Tiere, das Vieh – auch sie müssen sich stärken

Mein Heimweh mich eben durch Heimatalltag führt



Am Holzschuppenbalken freut sich die Spinne

Weil die Sonne so majestätisch winkt, vom Zauberhorizont

Mir war es immer egal, ob ich verliere oder gewinne

Wichtig nur, dass mein Herz zuhause, wo Heimat thront



Im Zimmer meiner Großeltern, das uralte Petroleum-Licht

Der weiße Porzellanschirm hochgezogen über eine Kette

Erinnerungen, ich vergesse euch nicht

So viele Puppenmöbel wir gebastelt, aus Gras und Klette



Heute, die Gassen so stumm, so verlassen, so leer

Sichtbare Fremde scheint überall zu sein, in jedem Haus

Die Dreschmaschine vergessen, Hambar, Taubenschlag leer

Alles verschwunden, auch wenn es noch steht, mein Elternhaus…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                24.06.2019

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