Donnerstag, 9. April 2020

Ich habe nur eine Heimat, mein Hatzfeld


















Foto:©Elisabeth Anton


Ich habe nur eine Heimat, mein Hatzfeld                                                                 


Heimat, in Gedanken gehe ich durch die Gassen, höre den Schlag der Kirchturmuhr
Höre deine Vögel, sie stimmen zum Morgenkonzert in den Baumkronen
Ich sehe die Spatzen sich „waschen“, zwitschernd auf der Wäscheleineschnur
Heimat! Was gäbe ich nicht alles, um wieder bei dir zu wohnen

Zuhause sein, da wo ich glücklich schon gespielt als Kind
Wo ich den Libellen bei ihrem graziösen Tanz zugesehen
Da, wo er mich umarmend gestreichelt, dein Abendwind
Da, wo am Abend die alten Holzläden, quietschend, behutsam zugehen

Heimat! Ich vermisse so sehr deine Luft, deiner Menschen Einzigartigkeit
Wir waren, damals, wie füreinander, für diese schöne Stadt geboren
Hatzfeld! Ich sehne mich so sehr nach „unserer Zeit“
Du bleibst meine Heimat, nicht nur, weil ich da geboren

Hier lernte ich die Erde barfuß, sanft und zart zu berühren
Formen, Farben der Blumenkelche bewundern, mit dem Stock im Sand zu malen
Hier lernte ich Schönheiten der Natur, der Blumen Duft, einatmend, zu spüren
Bei dir, Hatzfeld, lebte ich Garten Eden, ein Paradies, das keiner kann bezahlen

Ich höre heute noch der Bienen Freudenlied im Chor
Wenn sie im Mahagonistrauch, für Augenblicke nur, zuhause waren
Ich rieche die weißen Lilien dort, dort hinter dem Gassentor
Höre deine Pferdewagen, deine Schlitten durch die Gassen fahren

Jetzt blühen sie noch kurz, die Schneeglöckchen, dort am Gartenzaun
Und der alte Apfelbaum schon längst seine Knospen gezeigt
Heimat! Ich spaziere mal wieder durch unseren gelebten Traum
Meine Ehrfurcht sich, mit betenden Händen, vor unserer Erinnerung verneigt

Hatzfeld! Ich höre die Stille meiner Spenglgass, am Sonntagmorgen
Ich sehe, wie Hühner und Enten aus dem Stall zum Maisfrühstück traben
Spüre deine Erde, hülle mich in deinen Zauber, wenn unerträglich meine Sorgen
Ich danke dem Leben, dass mir gegönnt, mich im Schmerz der Erinnerungen zu laben

Heimat! Niemals werde ich woanders zuhause, daheim sein
Mein Leben, mein Dasein kennt nur eine Heimat auf dieser Erde, dieser Welt
Mein Heimweh führt mich zu dir. Lass mich im Traum bei dir zuhause sein
Zuhause, wo mein Elternhaus steht. Für mich gibt es nur eine Heimat, nur ein Hatzfeld

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
             25.02.2007


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