Foto:©Elisabeth Anton
Ich habe nur eine Heimat, mein Hatzfeld
Heimat, in
Gedanken gehe ich durch die Gassen, höre den Schlag der Kirchturmuhr
Höre deine
Vögel, sie stimmen zum Morgenkonzert in den Baumkronen
Ich sehe die
Spatzen sich „waschen“, zwitschernd auf der Wäscheleineschnur
Heimat! Was gäbe
ich nicht alles, um wieder bei dir zu wohnen
Zuhause sein,
da wo ich glücklich schon gespielt als Kind
Wo ich den
Libellen bei ihrem graziösen Tanz zugesehen
Da, wo er mich
umarmend gestreichelt, dein Abendwind
Da, wo am Abend
die alten Holzläden, quietschend, behutsam zugehen
Heimat! Ich
vermisse so sehr deine Luft, deiner Menschen Einzigartigkeit
Wir waren,
damals, wie füreinander, für diese schöne Stadt geboren
Hatzfeld! Ich
sehne mich so sehr nach „unserer Zeit“
Du bleibst
meine Heimat, nicht nur, weil ich da geboren
Hier lernte ich
die Erde barfuß, sanft und zart zu berühren
Formen, Farben
der Blumenkelche bewundern, mit dem Stock im Sand zu malen
Hier lernte ich
Schönheiten der Natur, der Blumen Duft, einatmend, zu spüren
Bei dir,
Hatzfeld, lebte ich Garten Eden, ein Paradies, das keiner kann bezahlen
Ich höre heute
noch der Bienen Freudenlied im Chor
Wenn sie im
Mahagonistrauch, für Augenblicke nur, zuhause waren
Ich rieche die
weißen Lilien dort, dort hinter dem Gassentor
Höre deine
Pferdewagen, deine Schlitten durch die Gassen fahren
Jetzt blühen sie
noch kurz, die Schneeglöckchen, dort am Gartenzaun
Und der alte
Apfelbaum schon längst seine Knospen gezeigt
Heimat! Ich
spaziere mal wieder durch unseren gelebten Traum
Meine Ehrfurcht
sich, mit betenden Händen, vor unserer Erinnerung verneigt
Hatzfeld! Ich
höre die Stille meiner Spenglgass, am Sonntagmorgen
Ich sehe, wie
Hühner und Enten aus dem Stall zum Maisfrühstück traben
Spüre deine
Erde, hülle mich in deinen Zauber, wenn unerträglich meine Sorgen
Ich danke dem
Leben, dass mir gegönnt, mich im Schmerz der Erinnerungen zu laben
Heimat! Niemals
werde ich woanders zuhause, daheim sein
Mein Leben,
mein Dasein kennt nur eine Heimat auf dieser Erde, dieser Welt
Mein Heimweh
führt mich zu dir. Lass mich im Traum bei dir zuhause sein
Zuhause, wo
mein Elternhaus steht. Für mich gibt es nur eine Heimat, nur ein Hatzfeld
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
25.02.2007

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