Sonntag, 2. August 2026

Heimat, ich schau deiner Vergänglichkeit zu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

 

Heimat, ich schau deiner Vergänglichkeit zu                              

  

Heimat, so schmerzvoll deine Vergänglichkeit

Immer wieder sehe ich sie, an manchen Tagen

Ich rolle sie auf, meiner Heimatjahrzehnte goldene Zeit

Was geblieben, unbeantwortete Fragen

 

Am Ende, nach jeder gelebten Erfahrung

Weiß man erst, was damals gut gewesen

Vergänglichkeit umarmt meine Erinnerung

Was sind wir nur so kleine, unbedeutende Lebewesen

 

So unbedeutend für diese schöne Welt

Wenn wir nicht die Liebe leben

Kämpfen, dass unsere Erde, allen Menschen, Frieden bestellt

Möge es nie mehr Kriegstote, diese getöteten unschuldigen Soldaten geben

 

Heimat, Jahr um Jahr erlebte ich

Wie DU verschwunden, mit der Zeit

All deine Reichtümer, ob Muttersprache, Sitten, Brauchtum, nicht mehr möglich

Alles, alles auf dieser edlen Heimaterde nur noch Opfer der Vergänglichkeit

 

So viele schon verstorben, ob Familie, Freunde, Nachbarn, Landsleute

Überall verstreut sind wir, auf dieser weiten Welt

„Aussiedlung“ hat ihren Stempel aufgedrückt, bis heute

Es ist nichts mehr, wie es mal war, in meinem Hatzfeld

 

So vieles existiert nicht mehr

Fabriken, die einst Brot für Tausende, dem Erdboden gleich

Die einst vertrauten Gassen nur noch menschenleer

„Aussiedlung“ hat es geschafft, dass alles dahin, der Vergänglichkeit gleich

 

Vergänglichkeit, du hast auch meine Heimat mitgenommen

Nach 46 Jahren, man glaubt es kaum

Den Stempel „der Aussiedlung“ haben alle und alles bekommen

Alles dahin. Nur wenig erinnert an meine Heimat, einst gelebter Heimattraum

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  13.05.2026

 

 

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