Foto:©Elisabeth Anton
Wenn Grabsteine schweigend reden
Nachdenklich, traurig, gehe ich durchs
Friedhofstor
In meinen Augen befreien sich die
Tränen
Namen vom Regen verwischt, manche
zu lesen. Wie nie zuvor
Beeilen sich Erinnerungen, ihre
Geschichte zu erwähnen
Vor vielen Grabsteinen bete ich
Falte die Hände aus Ehrfurcht und
Hoffnung
Nichts, nichts geblieben, weil nichts
ewig
Überall nur Tränen voller Leid
und Erinnerung
Halte inne, von Grabstein zu
Grabstein
Generationen ausgelöscht, in so kurzer
Zeit
Nur vier Jahrzehnte vergangen.
Wie kann das sein
Dass sie ausgelöscht, verschwunden,
Heimatgeborgenheit
Traurig stehe ich da, vor manchem
Grab
Erinnerungen wühlen tief in meiner
Seele
Vergänglichkeit, du ewiger
Wanderstab
Ich bete. Den nächsten Grabstein
ich wähle
Nachbarn, Schulfreunde, sie ruhen
aus
Geborgen auf dem Friedhof ihrer Heimat
Sie blieben treu – Heimaterde,
ihrem Zuhaus´
Weit, Richtung Westen, der Felder ruhende Saat
Dort, wo einst der farbenbunte Sonnenuntergang
Überquerte manch einer die Grenze, Richtung Freiheit
Was war er so erstickend, dieser Stacheldrahtvorhang
Weil die Mächtigen der Welt sie immer gelebt, ihre Skrupellosigkeit
Vor einem Grab noch, da knie ich betend, weinend, nieder
Berühre den Grabstein, mit zitternder Hand
„Ich habe dir heute deine Lieblingsblumen gebracht, weißer Flieder
So ewig lange schon, weilst du in Gottes Hand…“
©Elisabeth Anton, Speyer /
Hatzfeld
20.10.2019

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