Sonntag, 13. Juni 2021

Die Zeit in der Heimat, wo ist sie hin…


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Die Zeit in der Heimat, wo ist sie hin…                                   

 

Die Zeit in der Heimat, wo ist sie hin

Diese Zeit, geprägt von Heimatgeborgenheit

All die schönen Stunden durchschweben mir Herz und Sinn

Welch Reichtum einer nie mehr wiederkehrenden Kostbarkeit

 

Ja, diese Welt der damaligen Diktatur

Die hatte nichts gemeinsam mit „meiner Heimatwelt“

Dort, dort zogen die Parteitreuen an einer Schnur

Aber nie erfahren, wie schön „meine Welt“ in Hatzfeld

 

Gelebtes Deutschtum, in Ehrfurcht vor der Ahnen Werk

Vor der Muttersprache, dem Wunder Natur

Alle halfen mit. Im Nu gestapelt im Schuppen der Holzberg

Helfen war Selbstverständlichkeit, Menschsein pur

 

Man lebte Sitten, Brauchtum – jahrein, jahraus

Man hatte Ehrfurcht vor Natur, Erde, Himmel, Mensch, dem Alter

Man hegte und pflegte sein Hab und Gut, sein Zuhaus´

Lief als Kind dem Wunderwerk Natur hinterher, zu bestaunen den Falter

 

Diese „meine Heimatwelt“, daheim in Hatzfeld

Tangierte mit nichts, in keiner Weise, diese sadistische Diktatur

Ich kostete das Leben, der Blumen, der Jahreszeiten kostbare Welt

Wo jede Stunde eine Perle, eingereiht auf meiner Perlenschnur

 

Und wenn der Parteigenossen Hysterie

Mal übergeschwappt, in demonstrativer Eigenartigkeit

Ignorierte ich. Ein Parteimitglied war ich nie

Kein Interesse an dieser Systemabartigkeit

 

Gut, dass ich da zuhause war, in Hatzfeld

Da hatte die Staatsmacht wichtigere Verantwortung

Landesgrenzen zu schützen, weit übers reiche Feld

Manche Szenen für ewig verankert, in meiner Erinnerung

 

Ging ich durch Gassen, Garten, Haustür oder Tor

Atmete ich diesen einzigartigen Duft

War klar, dass diese Diktatur über mich alle Macht verlor

Weil sie nie gesehen, geatmet, nie erahnt, meiner Träume Wahrheitsluft

 

Schwer war es, dieses erzwungene Schweigen

Aber, lieber schweigen als mich drehen mit dem Wind

Stunden, Jahre, sich immer weiter neigen

Meine Großeltern den ersten Antrag gestellt, ich war ein Kind

 

Heimat, die Stille deiner Schönheit, deiner Dunkelheit

Da draußen, in dieser „Fremde“ voller Freiheit

Lässt mich erinnern, wie schön sie mal war, „unsere Zeit“

Wie schön unsere Jahrzehnte, dieser Reichtum gelebter Heimatgeborgenheit

 

Heimat, mein Hatzfeld, deine, unsere Welt, es wird sie nie mehr geben…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                27.02.2014

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