Foto:©Elisabeth Anton
Die Zeit in der Heimat, wo ist sie hin…
Die Zeit in der Heimat, wo ist sie hin
Diese Zeit, geprägt von Heimatgeborgenheit
All die schönen Stunden durchschweben mir Herz und Sinn
Welch Reichtum einer nie mehr wiederkehrenden Kostbarkeit
Ja, diese Welt der damaligen Diktatur
Die hatte nichts gemeinsam mit „meiner Heimatwelt“
Dort, dort zogen die Parteitreuen an einer Schnur
Aber nie erfahren, wie schön „meine Welt“ in Hatzfeld
Gelebtes Deutschtum, in Ehrfurcht vor der Ahnen Werk
Vor der Muttersprache, dem Wunder Natur
Alle halfen mit. Im Nu gestapelt im Schuppen der Holzberg
Helfen war Selbstverständlichkeit, Menschsein pur
Man lebte Sitten, Brauchtum – jahrein, jahraus
Man hatte Ehrfurcht vor Natur, Erde, Himmel, Mensch, dem Alter
Man hegte und pflegte sein Hab und Gut, sein Zuhaus´
Lief als Kind dem Wunderwerk Natur hinterher, zu bestaunen den Falter
Diese „meine Heimatwelt“, daheim in Hatzfeld
Tangierte mit nichts, in keiner Weise, diese sadistische Diktatur
Ich kostete das Leben, der Blumen, der Jahreszeiten kostbare Welt
Wo jede Stunde eine Perle, eingereiht auf meiner Perlenschnur
Und wenn der Parteigenossen Hysterie
Mal übergeschwappt, in demonstrativer Eigenartigkeit
Ignorierte ich. Ein Parteimitglied war ich nie
Kein Interesse an dieser Systemabartigkeit
Gut, dass ich da zuhause war, in Hatzfeld
Da hatte die Staatsmacht wichtigere Verantwortung
Landesgrenzen zu schützen, weit übers reiche Feld
Manche Szenen für ewig verankert, in meiner Erinnerung
Ging ich durch Gassen, Garten, Haustür oder Tor
Atmete ich diesen einzigartigen Duft
War klar, dass diese Diktatur über mich alle Macht verlor
Weil sie nie gesehen, geatmet, nie erahnt, meiner Träume Wahrheitsluft
Schwer war es, dieses erzwungene Schweigen
Aber, lieber schweigen als mich drehen mit dem Wind
Stunden, Jahre, sich immer weiter neigen
Meine Großeltern den ersten Antrag gestellt, ich war ein Kind
Heimat, die Stille deiner Schönheit, deiner Dunkelheit
Da draußen, in dieser „Fremde“ voller Freiheit
Lässt mich erinnern, wie schön sie mal war, „unsere Zeit“
Wie schön unsere Jahrzehnte, dieser Reichtum gelebter Heimatgeborgenheit
Heimat, mein Hatzfeld, deine, unsere Welt, es wird sie nie mehr geben…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
27.02.2014

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