Sonntag, 5. September 2021

Die kleine Maus, auch sie hat ihr Schicksal


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Die kleine Maus, auch sie hat ihr Schicksal              

 

Am schweigenden Pfeiler

Auf dem leer geräumten Dachboden

Sitzt, ängstlich, in sich zurückgezogen

Eine kleine Maus

 

Sie ist geblieben

Von allem, was einst

Reichtum auf diesem Dachboden

Von Schinken, Speck, Mehl, Weizen

 

Sie kauert ängstlich am Pfeiler

Zittert vor Angst

Schweigt, kein Ton von ihr zu hören

Sie traut sich nicht weiter

 

Ich schaue ihr eine Weile zu

Vor mir noch einmal die Bilder von allem

Was mal auf diesem Dachboden

Bevor er „Besenrein!“

 

Dann ging ich, wortlos

Richtung Treppe

Noch ein letztes Mal

Schaue ich zur Maus

 

Und weiß, auch sie hat ihr Schicksal

Die Katze wird hier nicht mehr erscheinen

Weil ich die Dachbodentür

Ein letztes Mal, einfach zugeschlossen…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld  

                  24.07.2021

 

 

 

Samstag, 4. September 2021

Dorthin, wo dein ewiges Schweigen wohnt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Dorthin, wo dein ewiges Schweigen wohnt                                                  

                Für H.

 

Sommerkühle umarmt den Morgen

Regentropfen küssen das leuchtende Blütenmeer

 

So still ist´s draußen

Der Wind lässt klanglos die Äste sich wiegen

 

Hie und da eine Biene zu hören

Ihr Freudensummen, weil Pollen gefunden

 

Meine Gedanken, sie können nicht anders

Sie haben nur ein Ziel

 

Wohin sie schweben wollen

Wohin sie gleiten wollen

 

Weit, weit in die Ferne

Zu diesen unerreichbaren Sphären

 

Immer in deine Richtung, sie wollen zu dir

Dorthin, wo dein ewiges Schweigen wohnt

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                    09.08.2016

 

Menschheit, wach auf!


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Menschheit, wach auf!                                                                              

Unsichtbare Allmacht

 

Wenn Menschen

Nur noch ihre Rollen spielen

 

Nicht mehr sehen wollen

Welch Egoisten sie sind

 

Wie sie Welt und Menschsein zerstören

Weil ihre Rollenspiele voller Lügen, Herzlosigkeit

 

Weil sie nur noch an sich denken

Ohne Skrupel, das Leid der Welt ignorieren

 

Ob alte Menschen, ob hungernde Kinder

Ob Kriegsopfer, Folter, unschuldige Hilflose

 

Dann, dann wird sich bald

Diese Allmacht zeigen

 

Die bisher, unsichtbar, uns beobachtet

Bis sie ein Urteil fällen wird

 

Um noch mehr Grausamkeiten

Um, noch mehr Ungerechtigkeiten zu verhindern

 

Die Menschen wachrütteln

Damit sie sehen, was im Leben wirklich zählt

 

Solange Natur, Erde und Himmelszelt

Uns ihre Wunder, kostenlos, zu Füßen legen…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   09.08.2016

 

 

 

Sehnsucht, welch Macht

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Sehnsucht, welch Macht                                                                       

   

So still liegt der Abend vor mir

Stumm und kühl die Nacht

 

Einsamkeit zeigt ihre Krallen

Wenn sie tief in meiner Seele wühlt

 

Sehnsucht zeigt ihre Macht

Wenn meine Gedanken dich suchen

 

Rundum so viel leerer Raum

Solch erstickende Fülle

 

Ich wäre so gerne blind, taub, gefühllos

Um dieser Sehnsucht nie zu begegnen

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   06.08.2016

 

 

Freitag, 3. September 2021

DU kommst nie mehr zu mir zurück, ich weiß


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

DU kommst nie mehr zu mir zurück, ich weiß                    

 

In den Katakomben meiner Seele

So tief verankert, dieser Schmerz, das Leid

Wenn ich einsam, den Weg der Erinnerung ich wähle

Und sie wird erträglicher, meine Zeit

 

Ich rolle unsere Jahrzehnteerinnerungen auf

Ich verharre, wo Glück tief zu spüren

Oft schau ich, betend, zum Himmel hinauf

Bitte die Sterne, dich streichelnd zu berühren

 

Dir zu sagen, dass ich traurig ohne dich

Dir zu flüstern, wie groß meine Sehnsucht nach dir

Es ist alles so verloren, so sinnlos, ohne dich

Ich weiß, ich weiß, du kommst nie mehr zu mir…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 15.04.2019

Einsamkeit tut weh


 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Einsamkeit tut weh                                                          

 

Morgensonne schenkt Wärme und Licht

Die Welt so schön, nur DU bist weit

Schicksal verstehen, das kann ich nicht

Ich wünsche mir nur Umarmung, für meine Zeit

 

Ich wünsche mir eine Spur, die nicht so bitterschwer

Einen Weg, den ich nicht mehr allein gehen muss

Ohne DICH ist alles so sinnlos, so leer

So traurig, steht das Glück vor seinem Schluss

 

Hoffnung, sie wird immer bleiben

Natur, sie wird mir immer Halt und Kraft sein

So einsam, wenn des Sommers Treiben

Dich übersehen, du bleibst im Herbst des Lebens allein…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

               15.06.2019

 

In Gedanken zuhause


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

In Gedanken zuhause                            

 

Heftiger Wind wiegt die Baumkronen

Der Morgen schiebt die Nacht zur Seite

Meine Tauben daheim, wo sie wohl wohnen

Generationen wechseln, suchen das Weite

 

Wo sind die Menschen aus den Gassen

Denen ich über Jahrzehnte mit „Grüß Gott!“ begegnet

Was hat diese Völkerwanderung nur übriggelassen

Ich steh am Gassentor. Es regnet

 

Ich schau zur Hutwett, zum Kanalrand

Fremde Weite bis zum Horizont

Kein Nachbar reicht mir seine Hand

Viele gestorben, „der Rest“, verteilt in der Welt wohnt

 

Keiner sitzt mehr auf seiner alten Bank vor dem Haus

Und freut sich, wenn wir aus der Schule kamen

Uns zu begrüßen, fragend, ob die Schule schon aus

Aus dem Nachbarhaus der Duft von gerösteten Sonnenblumensamen

 

Keiner winkt mir zu, von der anderen Straßenseite

Mit seinem krummen Stock, der ihm Gehhilfe war

Man begrüßte sich, damals. Heute, nur fremde Weite

Was war es daheim so schön, das ganze Jahr

 

Als Kind, trugen wir den Brotteig zum Bäcker

Ob zu Fuß, mit dem Schubkarren oder Fahrrad

Keiner gestört vom Hahnenkrähen, unser Wecker

Es drehte sich so menschlich, unseres Alltags schlichtes Rad

 

Was waren wir glücklich und froh

Brachte der Nikolaus uns Äpfel, Nüsse, neue Strümpfe, ganz bunt

Dafür waren wir fleißig, streuten dem Vieh frisches Stroh

Im Sommer fischten wir die Algen für die Enten. Es war kunterbunt

 

Und fuhren die Pferdeschlitten zur Weihnachtszeit

Das war für mich Märchenland pur

Erinnerungen, ihr bleibt meines Heimwehs Heiligkeit

Ich vermisse diese Jahrzehnte daheim, mitten in der Natur

 

Niemand sitzt mehr auf der Bank vor dem Haus

Bis spät am Abend, spät in die Nacht

Zum fröhlichen Wochenendplausch

Niemand zeigt mir, wo eben „der Große Wagen“ uns angelacht

 

Niemand mehr, zeigt mir den Abendstern

Den Großen Bären, den Kleinen und Großen Wagen

Heimat, du bist so nah und doch so fern

Es gibt keine Antwort auf manche Fragen

 

Es war so wunderschön, eben, zu träumen

Wenige Minuten nur, durch die Erinnerungen in der Heimat zu gehen

Ich weiß, mein Herrgott, er ließ mich nichts versäumen

Er lässt mich, heute noch, mit meinem Heimweh vor edlen Erinnerungen stehen

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  23.12.2012

 

 

 

 

 

Jedem von uns die gleichen Chancen

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