Donnerstag, 2. November 2023

Ihren Verstand hat sie vergebens gefragt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Ihren Verstand hat sie vergebens gefragt                     

 

Sie hat immer ihren Verstand gefragt

Obwohl sie wusste, nur das Herz spricht Wahrheit

So oft hat sie sich im Stillen gefragt

Warum sie ihm immer wieder verzeiht

 

Sie fragte ihn vergebens, ihren Verstand

Sie wusste immer, was nur ihr Herz gespürt

Sie wusste, es ist keine Sommerliebe am Strand

Wenn sie an ihn denkt, hat die Liebe beide längst berührt

 

Ihren Verstand zu fragen, half ihr nicht

Sie merkte, was ihr Herz immer wieder spürt

Ihr Verstand, er besiegte das Herz nicht

Weil die Macht der Liebe sie immer wieder berührt

 

Ihren Verstand hat sie vergebens gefragt

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   22.10.2023

 

 

 

 

Mittwoch, 1. November 2023

Mein Herz, meine Gedanken, mein Heimweh, sie gehören dir, mein Hatzfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Mein Herz, meine Gedanken, mein Heimweh, sie gehören dir, mein Hatzfeld  

Wenn ich Allerheiligen daheim, welch ehrfurchtsvolle Stunden

   

 

Heimat, in Gedanken bin ich bei dir

Morgen werde ich es nicht sehen

Deiner Gräber Lichtermeer, diese einzigartige Zier

Ich kann nicht durch deine Gräberreihen gehen

 

Ich weiß, deine Gräber werden gekleidet sein

In ein farbenedles, wundervolles Blumenmeer

Ich denke an manches Grab, dessen Kreuz allein

Weil keiner mehr da, keine Blumen mehr

 

Diese einsamen Gräber, ohne Nachkommen

Haben Freunde, Nachbarn immer auch geschmückt

Inzwischen, Heimat verschwunden, Bräuche verkommen

Eine andere Welt! Welch Schmerz mich bedrückt

 

Heimweh macht sich breit, schreit laut

Wie gerne wäre ich Allerheiligen zuhause

Auf dem Friedhof unserer Ahnen. Wohin meine Erinnerung schaut

Kerzen brennen auf blumenbeladenen Gräber. Mein Heimweh kennt keine Pause

 

Was immer ich tu, meine Gedanken sind zuhaus´

Allerheiligen, welch Fest der Seele, in Leid und Schmerz

Mein Hatzfeld, die Geschichte „unserer Heimat“ längstens aus

Du meine Heimat, mein Heimweh gehört dir, mein Sehnen, mein ganzes Herz

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                    31.10.2016

 

 

 

 

Heimatfriedhof, deine Heldengräber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Heimatfriedhof, deine Heldengräber                                 

Erinnerungen

 

Ein kleines Mädchen, noch so klein

Mit einer weißen Rose in der Hand

Vor einem Grabeshügel ohne Blumen, er scheint vergessen zu sein

Das Mädchen streichelt die Rose in seiner kleinen Hand

 

„Ich habe dir eine Rose gebracht

Ich weiß, Soldat, deine Heimat ist sehr weit

Die Kugel, sie kam in dunkler Nacht

Nahm dein Leben, zur schönsten Jugendzeit

 

Großmutter hat mir von dir erzählt

Mir ans Herz gelegt, dein Grab nie zu vergessen

Schau, ich habe dir die schönste Rose ausgewählt

Deine Eltern weit, ihr Schmerz nicht zu messen

 

Vielleicht wissen sie gar nicht

Wo man für dich eine Grabesstätte gefunden

Ich komme immer zu dir, vergesse dich nicht

Meine Großmutter hat mir diese Rose mit Asparagus gebunden.“

 

So stand es da, das Mädchen, noch so klein

Mit so viel Herz, eine Rose für einen fremden Soldaten

„Großmutter sagte immer, das muss so sein

Man darf sie nie vergessen, die Gräber der gefallenen Soldaten.“

 

Das Mädchen, es legt die Rose an des Grabes Kopfende

Behutsam, mit seiner so kleinen Hand

Richtet es die Rose, seine Hände

So zart und klein, seine Worte gesegnet von Gottes Hand

 

Dann, dann geht es vor das Grab zurück

Vor diesen einsamen Grabeshügel

Faltet seine Hände zum Beten. Welch Glück

Dass es die Botschaft der Ehrfurcht, der Liebe, für diesen Grabeshügel

 

„Jetzt bist du nicht mehr allein

Ich bin hier, hab dir die schönste Rose gebracht

Deine Eltern, sie können nicht bei dir sein

Wo dein Grab zu finden, diese Botschaft niemand ihnen gebracht

 

Großmutter hat mir oft erzählt

Einsame Soldatengräber, über dem ganzen Erdball zu finden

Heute, heute habe ich eine Rose für dich ausgewählt

Um Erinnerungen an dein Schicksal, mit Dank und Segen zu verbinden.“

 

Das kleine Mädchen kniet wortlos nieder

Legt seine kleine Hand auf den schweigenden Grabeshügel

„Bald, bald bring ich dir Schneeglöckchen, Veilchen und Flieder

Ich bin dein Engel, dein Engel ohne Flügel.“

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  01.11.2013

 

 

 

 

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